Aktualisiert 28.03.2014 10:19

Infektionsgefahr

Im Operationssaal stapelt sich der Müll

Nach jeder Operation bleibt ein riesiger Abfallberg übrig. Fast alles Material wird nach Gebrauch entsorgt. Ist dies nötig?

von
Santina Russo
Neben Instrumenten aus Metall benutzen Chirurgen hauptsächlich Kunststoff-Material, das anschliessend im Abfall landet.

Neben Instrumenten aus Metall benutzen Chirurgen hauptsächlich Kunststoff-Material, das anschliessend im Abfall landet.

Der in Operationssälen anfallende Müllberg nimmt oftmals absurde Ausmasse an. So bleiben beispielsweise beim Einsetzen eines winzigen Stents am Herzen mehrere Säcke Abfall zurück. Dies, weil hauptsächlich Einwegmaterial verwendet wird – von Abdeckungen bis hin zu chirurgischen Instrumenten.

Besonders viel Müll entsteht bei sogenannt minimalinvasiven Eingriffen. Dabei werden Patienten nicht aufgeschnitten, sondern durch kleine Öffnungen mittels Kanülen und Kathetern operiert. Das hat zwar Vorteile: «Die Operationszeit verkürzt sich und die kleineren Wunden heilen schneller», sagt Jacqueline Bender, Leiterin der Operationspflege am Unispital Zürich.

Der Nachteil ist, dass die Chirurgen Werkzeuge benutzen, die schwierig zu reinigen sind, da sie Hohlräume oder komplizierte mechanische Teile enthalten. Diese dürfen in der Schweiz nur einmal benutzt werden, um keine Infektionen zu riskieren. Anders zum Beispiel in Deutschland. Dort wird teilweise Material mehrmals verwendet, das spezielle Aufbereitungsfirmen nach Gebrauch reinigen und sterilisieren.

Allerdings ist das umstritten: Studien haben gezeigt, dass aufbereitete Geräte noch Blutreste und andere Verschmutzungen enthalten können. Dagegen garantiert Einwegmaterial für jeden Patienten dieselbe Sicherheit.

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