Bahnhof Bern: «Im PostParc ist alles eine Dimension grösser»
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Bahnhof Bern«Im PostParc ist alles eine Dimension grösser»

Der PostParc wird immer mehr für die Öffentlichkeit zugänglich: Laufend öffnen neue Mieter ihre Geschäfte.

von
miw

Vor vier Jahren nahmen Büezer das Areal der ehemaligen Schanzenpost ein. Nun neigen sich die Arbeiten dem Ende zu. Bis Ende Februar sollen schrittweise die Plätze und Durchgänge des PostParcs beim Berner Bahnhof geöffnet werden.

Die dortige Poststelle, die grösste schweizweit, soll Ende Februar, rund drei Monate später als vorgesehen, in Betrieb genommen werden. Die grosse Einweihungsfeier des gesamten PostParc-Pakets soll im Juni 2016 stattfinden. Schuld an den Bauverzögerungen ist nicht etwa der Skandal um die Schwarzarbeiterlöhne. Stefan Dürig, Leiter der Post Immobilien, nennt einen anderen Grund: «Wir wollen in der stressigen Weihnachtszeit nicht auch noch unsere Türen öffnen.»

«Eine gesichtslose Kiste»

Auch Migros und Coop, eine Apotheke und ein Coiffeur wollen in naher Zukunft in den 40'000 Quadratmeter grossen Posthof einziehen – 90 Prozent der Fläche sind bereits vermietet. Die Confiserie Eichenberger und das Japan-Restaurant Namamen versorgen bereits heute hungrige Pendler mit Speisen. Die McDonald's-Filiale wird nächste Woche eröffnet. Auch in den Büros im sanierten Post-Hochhaus wird schon jetzt fleissig gearbeitet. Viele dieser Unternehmen sind auch in der Bahnhofshalle eingemietet.

Dürig sieht das neue Zentrum als «Treffpunkt» und «einen Meilenstein für Bern». «Eine grosse, gesichtslose Kiste», beschreibt Adrian Strauss, Architekt und Planer, den Neubau. Dieser Baustil treffe aber den Nerv der Zeit. Als ehemaliger Leiter des Projekts «Masterplan Bahnhof Bern» verfolgt Strauss die Erneuerungen: «Das Projekt ist definitiv ein Erfolg», sagt er. Dass die meisten PostParc-Geschäfte bereits mit einer Filiale im Bahnhof SBB präsent sind, sieht der Fachmann als unproblematisch. Strauss: «Im PostParc ist alles eine Dimension grösser und den heutigen Pendlerströmen angepasst.»

Vertikaler Garten

Die 300 Millionen Franken teure Überbauung bietet aber nicht nur Retail-Flächen und Verpflegungsmöglichkeiten: 2300 Veloabstellplätze und ein Kurzparking werden derzeit errichtet. Die beiden Restaurants Pangäa und Vapiano planen im Innenhof eine Aussenbestuhlung. «Vertical Gardens» soll in der grauen Überbauung für etwas Grün sorgen. Allgemein gibt sich die Überbauung ökologisch: «Beim Innenausbau wird auf Minergie gesetzt», so Dürig. Im PostParc ist zudem auch ein Solarlift vorgesehen, der die neue Coop-Verkaufsstelle mit der Grossen Schanze verbinden soll.

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