Liestal: Im Rollstuhl wegen Kirschenpflücken
Aktualisiert

LiestalIm Rollstuhl wegen Kirschenpflücken

Schöne, saftige Kirschen haben derzeit Saison – schwere Unfälle beim Pflücken leider auch.

von
Denise Dollinger

«Vor allem ältere Menschen überfordern sich beim Kirschenpflücken oft und erleiden dann entsprechend Unfälle», sagt Heinz Feldmann von der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL). Leitern mit morschem Holz oder ausgetretenen Sprossen würden als Gefahrenquelle häufig unterschätzt. «Bei grosser Hitze kommen oft Schwächeanfälle hinzu», so Feldmann. Mit gravierenden Folgen: Die Schweizerischen Paraplegikerzentren in Basel und Nottwil rechnen pro Jahr mit je fünf bis zehn Patienten, die von der Leiter stürzten. «In der laufenden Saison ist zum Glück noch kein solcher Fall vorgekommen», sagt Xavier Jordan vom Paraplegikerzentrum in Basel. Erst am Dienstag jedoch fiel ein 85-Jähriger in Duggingen 2,5 Meter von einer Leiter und zog sich einen Beckenbodenbruch zu. Zwei Wochen zuvor war ein 69-jähriger Pflücker bei Lörrach tödlich verunglückt.

Um solche Szenarien zu vermeiden, bietet das BUL vor der Kirschenpflück-Saison Kurse an, in denen Sicherheitsvorkehrungen aufgezeigt werden. Mit Erfolg: «Im letzten Jahr wurden uns schweizweit nur zwei Unfälle mit schweren Verletzungen und zwei tödliche gemeldet», so Feldmann. 2004 gab es noch 13 Schwerverletzte und zwei Todesfälle.

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