10.07.2015 09:01

Drama von Sarmenstorf

«Im Rücken meines Vaters waren Löcher»

Der Bruder des mutmasslichen Täters von Sarmenstorf AG fand die Leichen seiner Eltern. Sofort hatte er einen Verdacht.

von
dia
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In diesem Haus in Sarmenstorf im Kanton Aargau spielte sich am Mittwochabend ein Familiendrama ab.

In diesem Haus in Sarmenstorf im Kanton Aargau spielte sich am Mittwochabend ein Familiendrama ab.

urs Flueeler
Ein Angehöriger fand den 64-jährigen Mann und seine 60-jährige Frau etwa um 20 Uhr tot auf.

Ein Angehöriger fand den 64-jährigen Mann und seine 60-jährige Frau etwa um 20 Uhr tot auf.

vro
Die Familie hatte sehr zurückgezogen gelebt.

Die Familie hatte sehr zurückgezogen gelebt.

vro

Bei einem Familiendrama im aargauischen Sarmenstorf kam am Mittwochabend ein älteres Ehepaar ums Leben. Gefunden wurden die Leichen laut dem «Blick»von Simon S*, dem Sohn des Paares. Sie hätten auf dem Küchenboden gelegen. «Überall war Blut. Mein Vater lag auf dem Bauch, oben ohne Kleider. In seinem Rücken waren Löcher», sagt er der Zeitung. Eine Pistole habe er nicht gesehen, dafür eine Küchenschere und einen Baseballschläger.

Die Mutter habe neben dem Vater gelegen, auch ihre Leiche war voller Blut. «Ich werde diesen Anblick nie vergessen», so Simon S. Er habe gesehen, dass die Eltern nicht mehr lebten und sei aus dem Haus zur nahen Schule gerannt. Dort alarmierte er die Polizei.

Andreas S. sass bereits im Gefängnis

Schnell hatte er einen Verdacht. «Mir kam sofort mein Bruder in den Sinn. Dass er im Streit ausgetickt ist. Oder die Tat vielleicht länger geplant hat.» Die Polizei nahm später Andreas S.* sowie seine Frau als mutmassliche Täter fest. «Was er getan hat, ist nur böse», sagt Simon S. Sein Bruder sei früher schon einmal im Gefängnis gewesen, weil er Rechnungen nicht bezahlt habe. Auch für eine Schlägerei musste er sich vor Gericht verantworten, sagt Simon S.

Die Einsatzkräfte betreuten nach ihrem Eintreffen den 27-Jährigen. «Ich habe nur noch geweint. Ich hatte meine Eltern doch gern.» Nachdem er befragt worden sei, sei er zum Haus zurückgekehrt. Er sei geblieben, bis sie die beiden Leichen fortgebracht hätten.

Tödlicher Unfall

Wie die «Aargauer Zeitung» berichtet, hatte der mutmassliche Täter psychische Probleme. Ein tragisches Ereignis habe den heute 32-Jährigen stark belastet. Einer seiner Brüder sei vor einigen Jahren bei einem Autounfall in Bettwil AG ums Leben gekommen. Das Verhältnis zwischen Andreas S. und den Eltern sei zudem sehr angespannt gewesen.

In den vergangenen Monaten habe sich der Zustand des Täters verschlimmert, berichten Freunde der «Aargauer Zeitung». So habe er vermehrt angeschlagen gewirkt und «zum Teil abstruse Geschichten» aus seiner Kindheit erzählt. So sollen die Eltern ihm Dreck und andere Substanzen ins Essen gemischt haben, um ihn zu vergiften. Auch gab er an, vom Vater physisch misshandelt worden zu sein.

*Namen der Redaktion bekannt

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