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Im Schilfboot über den Atlantik

In einem Schilfsegelboot ist in New York ein Abenteurer-Team aus Deutschland zu einer der bislang gewagtesten Reisen über den Atlantik aufgebrochen.

Das zwölf mal vier Meter grosse Segelboot «Abora III» legte am Mittwochvormittag ab.

Das Team um den Botaniker Dominique Görlitz aus Chemnitz will mit der Überfahrt beweisen, was Fachleute bislang für unmöglich halten: Dass die Menschen der Steinzeit vor mehr als 10 000 Jahren bereits Seehandel über den Atlantik hinweg betrieben.

Das Boot besteht aus zehn Tonnen Schilf. Als Antrieb dient ein 60 Quadratmeter grosses Leinensegel. Die Reise soll in etwa sechs Wochen über die portugiesischen Azoren zum spanischen Festland führen.

«Dieses Boot ist eine Zeitmaschine, mit der wir zeigen wollen, dass unsere Vorfahren nicht ganz so primitiv waren», sagte Görlitz kurz vor dem Start: «Wir wollen die Geschichte umschreiben.»

Bislang galt es nur als denkbar, dass primitive Schilfboote mit dem Wind von Europa nach Amerika gelangen konnten, nicht aber zurück. So segelte der norwegische Abenteurer Thor Heyerdahl 1970 mit dem Papyrusboot «Ra II» über den Atlantik nach Amerika.

Kurz vor dem Start zeigten sich die Seeleute nervös: «Natürlich haben wir gewisse Sorgen, so etwas hat noch nie jemand gemacht», sagte Görlitz. Angst habe er aber keine: «Wenn es nicht klappt, können wir den Trip auf einer «Abora IV erneut versuchen.»

(sda)

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