Im Wallis: Im Sommer arbeiten, im Winter aufs RAV
Aktualisiert

Im WallisIm Sommer arbeiten, im Winter aufs RAV

Die Arbeitslosenquote unter Ausländern beträgt im Wallis derzeit 14,2 Prozent. Das liegt auch daran, dass Baufirmen ihre Arbeiter im Winter aufs RAV schicken.

von
ala
Im Winter stehen die Kräne still: Baustelle in Sion.

Im Winter stehen die Kräne still: Baustelle in Sion.

Eine Arbeitslosenquote von 14,2 Prozent – diese Zahl erinnert eher an ausländische Verhältnisse denn an die Schweiz. Doch so hoch ist die Quote arbeitsloser Ausländer im Wallis, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet. Gesamtschweizerisch ist der Anteil Arbeitsloser um ein Vielfaches tiefer: Er beträgt laut neusten Zahlen des Staatssekretariats für Wirtschaft 3,5 Prozent.

Der Grund für die hohe Arbeitslosigkeit unter Ausländern im Gebirgskanton liegt darin, dass sehr viele Personen auf dem Bau arbeiten. Doch weil im Winter weniger gebaut wird, schnellt die Zahl der Arbeitslosen in den kalten Monaten in die Höhe. Und zwar auch deswegen, weil die Baufirmen den Arbeitern oft befristete Verträge anbieten, die vom Frühjahr bis in den Herbst gelten.

Dieses Phänomen gibt es zwar auch in anderen Regionen wie Graubünden. Doch weil dort der Wintertourismus ebenfalls eine grosse Rolle spielt, können Bauarbeiter und Landwirte während dieser Zeit in Restaurants oder bei den Bergbahnen arbeiten. Zumindest im Unterwallis gibt es diese Möglichkeit aber kaum. Das führt dazu, dass die Baufirmen ihre Arbeiter nur in den warmen Monaten beschäftigen. Im Winter hingegen schicken sie sie auf die Regionalen Arbeitsvermittlungszentren. Die Bauunternehmen nehmen damit in Kauf, dass ihre Arbeiter im Winter von den Beiträgen der Arbeitslosenkasse leben müssen – und somit die Allgemeinheit für die Lebenshaltungskosten aufkommt.

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