Zürich: Im Teufelswahn auf Vater eingestochen
Aktualisiert

ZürichIm Teufelswahn auf Vater eingestochen

In Wädenswil hat ein drogenabhängiger Buchhalter seinen Vater für den leibhaftigen Teufel gehalten und mit Messerstichen schwer verletzt. Nun wurde der geisteskranken Täter in eine geschlossene Anstalt eingewiesen.

von
Attila Szenogrady

Bluttat geschah am Vormittag vom 22. September 2007 in einem Einfamilienhaus Wädenswil. Ein heute 45-jähriger Buchhalter ging in der Küche plötzlich auf seinen mit dem Abwasch beschäftigten Vater los und stach diesem mit einem Militärmesser mehrfach in den Hinterkopf. Der geistig verwirrte Sohn gab später zu Protokoll, dass er in seinem 66-jährigen Vater den leibhaftigen Teufel gesehen habe.

Opfer auch mit Hammer beworfen

Laut Staatsanwaltschaft versetzte der Angreifer seinem Vater weitere gefährliche Messerstiche in den Halsbereich sowie in den Rücken. Dem stark blutenden Geschädigten gelang es schliesslich, seinem Sohn das Messer abzunehmen und nach draussen in den Garten zu flüchten. Doch damit war der Horror noch nicht beendet. Der Sohn ergriff einen Hammer und warf diesen seinem Vater gegen den Kopf. Dann wollte der Täter dem Geschädigten einen Fusstritt versetzen. Scheiterte aber, da ihn der Vater am Bein packen und umstossen konnte. Als die vom Nachbarn alarmierte Sanität mit Sirenengeheul eintraf, sucht der Angeschuldigte das Weite. Eine halbe Stunde später wurde er von der Polizei festgenommen.

Langjähriger Drogenkonsum

Vor Gericht waren sich Anklage und Verteidigung über die Schuldunfähigkeit des an Schizophrenie erkrankten Beschuldigten einig. Deshalb verzichteten die Richter auf einen Schuldspruch wegen versuchter vorsätzlicher Tötung. Stattdessen wurde der Buchhalter in eine stationäre Klinik zur Behandlung von psychischen Störungen eingewiesen. Der Lebenslauf des Täters zeigte auf, dass er bereits seit den frühen achtziger Jahren regelmässig Haschisch, LSD, aber auch Heroin konsumierte hatte. Er arbeitete erstaunlich lange als kaufmännischer Angestellter. Bis vor zwölf Jahren die ersten paranoiden Psychosen auftraten. Der Buchhalter gab ab 1997 seine Arbeit auf und kehrte zu seinen Eltern nach Wädenswil zurück. Diese leben heute nicht mehr. Die Mutter ist bereits 2003 verstorben. Der Vater schied am vergangenen 2. März aus dem Leben. Sein Tod stand nicht im Zusammenhang mit dem beim Angriff erlittenen Verletzungen.

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