Thailand: Im Tiger-Tempel hat sichs bald ausgekuschelt
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ThailandIm Tiger-Tempel hat sichs bald ausgekuschelt

Die thailändische Naturschutzbehörde will die Zoolizenz für den Tiger-Tempel nicht verlängern. Die Tiere sollen in einen Naturpark kommen.

von
sei

Der Tiger-Tempel in Kanchanaburi wird seinen Betrieb wohl schon bald einstellen müssen.

Spielen mit den Wildkatzen: Im Tiger-Tempel in Kanchanaburi ist das seit Jahren Tradition. Knapp 140 Tiere leben hier zusammen mit Mönchen, welche die Grosskatzen wie Schosshunde halten. Ganz zur Freude zahlreicher Besucher stehen Schmusen und Rumalbern auf dem Programm. Doch damit soll bald Schluss sein. Erst kürzlich wurde die Touristenattraktion von der Tierschutzorganisation World Animal Protection kritisiert. Jetzt zieht auch die thailändische Regierung nach.

Der Tiger-Tempel verstosse gegen das Gesetz, sagt die Leiterin der Naturschutzbehörde in Bangkok: «Es gibt Verdacht auf Inzucht bei den Tigern.» Jedoch würden die Untersuchungsarbeiten der Behörden von den Tempelbetreibern behindert. Auch der Vorwurf des illegalen Tierhandels steht im Raum.

Erste Tiere beschlagnahmt

Die Naturschutzbehörde will die Zoolizenz für den Tiger-Tempel nicht verlängern und die Tiere in einen Naturpark umplatzieren. Die ersten fünf wurden bereits Anfang Woche beschlagnahmt. Im Kanchanaburi reagiert man mit Erschütterung und streitet die Vorwürfe vehement ab. «Ich möchte keine weiteren Tiere abgeben. Sie wurden hier geboren. Das ist ihr Zuhause. Sie sind hier glücklich», sagt ein Verantwortlicher. Zudem verfüge die Regierung nicht über die nötigen Mittel, um die Tiere zu versorgen, meint er und fügt an: «Wir bekommen Spendengelder.»

Thailand gilt sein langem als Drehkreuz für den illegalen Tierhandel. Die weltweite Nachfrage nach exotischen Haustieren ist gross. Mit der Begründung, es handle sich bei dem Tempelgelände um einen Naturpark, wollen die Mönche für den Erhalt ihres Streichelzoos kämpfen.

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