Aktualisiert 07.06.2012 08:26

Zugfahrt mit offener Tür«Im Tunnel regnete es Staub und Dreck»

Mitten in der Fahrt öffnete sich die Türe eines SBB-Zuges von Zürich nach Olten. Minutenlang standen die Gäste buchstäblich am Abgrund.

von
Roger Baur
Nur einen Schritt von einer Katastrophe entfernt: Reisende im Zug Zürich-Olten.

Nur einen Schritt von einer Katastrophe entfernt: Reisende im Zug Zürich-Olten.

Die Fahrt im Zug von Zürich nach Olten am Montag um 17.30 Uhr begann wie immer: überfüllt. Dilan von Däniken und seine beiden Freunde quetschten sich darum in das Zwischenabteil neben die Türe. Dann auf der Höhe Schlieren, nach gut zehn Minuten Fahrt, passiert es: Die Türe öffnet sich. Bei hohem Tempo. «Das war unfassbar», sagt von Däniken. «Wir brausten vorbei an Leitungen, Masten, Mauern und anderen Zügen.» Doch niemand reagiert.

Staubwolke im Tunnel

Kurz nach Spreitenbach saust der Zug in den Heitersbergtunnel. Die Luft drückt mit einem lauten Knall eine Wolke aus Staub und Schmutz ins Abteil, bange Minuten lang. Von Däniken: «Das war wirklich eklig. Ich hätte nie gedacht, dass im Tunnel die Luft so schlecht ist.»

Erst auf der Höhe Aarau kommt der Zugbegleiter vorbei. «Ihn schien die Sache nicht besonders zu überraschen», sagt von Däniken. «Er schloss einfach wortlos die Türe und ging weiter.» Auf eine Entschuldigung warten die jungen Männer bis heute.

Zug fährt mit offener Tür

Schon vorher ein Problem

Das war kein Einzelfall. Bereits vor zwei Jahren schwebte ein Zug mit offener Türe über einem 50 Meter hohen Abgrund.

Zum aktuellen Vorfall sagt die Daniele Pallecchi, Mediensprecher der SBB: «Der Lokführer eines entgegen kommenden Zugs bemerkte die offene Türe und meldete dies sofort. Der Zugbegleiter schloss die Türe und überwachte sie bis zum Endbahnhof Biel. Dort wurde der Wagen ausgewechselt und derzeit untersucht.»

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