Im Vulkan wächst eine riesige Lavahaube
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Im Vulkan wächst eine riesige Lavahaube

Im Krater des rumorenden Vulkans Kelud in Indonesien hat sich eine mehr als 70 Meter hohe Lavahaube gebildet. Die Kuppel mit einem Durchmesser von 100 Metern hat die gesamten Wassermassen des Kratersees aus dem Bassin gedrückt.

2,5 Millionen Kubikmeter fast siedend heisses Wasser hätten sich über die Hänge ergossen, berichtete der Vulkanologe Agus Budianto am Mittwoch. Im Krater würden ständig Erdstösse gemessen, und dicke Rauchwolken entwichen aus dem 1731 Meter hohen Berg.

Unklar sei, ob ein gewaltiger Ausbruch des Vulkans damit näher gerückt sei oder nicht, sagte Budianto. «Die Lavakuppel wird immer höher und breiter. Wir wissen nicht, ob sich daraus ein eigener Berg entwickelt», sagte er.

Die Rauchsäulen könnten auch darauf hindeuten, dass schon Lava fliesse, allerdings langsam und bislang unsichtbar. Der Charakter des Berges habe sich möglicherweise geändert. Der Kelud gehörte bislang zu den gefährlichsten Vulkanen Indonesiens. Bei einem Ausbruch 1919 kamen mehr als 5000 Menschen ums Leben, 1990 gut 30.

An den Hängen sind seit Wochen Arbeiterteams im Einsatz, die Gräben ziehen und Dämme bauen, um den Lavastrom im Falle eines Ausbruchs in ungefährliche Bahnen zu lenken.

Hunderte der rund 116 000 Anwohner im Umkreis des Kraters harren seit mehr als drei Wochen in Notunterkünften aus. Viele wollten ihre Häuser bislang aber nicht verlassen. Der Vulkan liegt in Ostjava rund 600 Kilometer südöstlich von Jakarta.

(sda)

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