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Wellenbrecher vor den AlpenIm Wallis entsteht der erste Surfgarden in Kontinentaleuropa

Im April 2021 eröffnet im Kanton Wallis der erste Wavepool in Kontinentaleuropa. Die Bauarbeiten laufen zurzeit auf Hochtouren – im Frühling werden sich die ersten Surffreudigen den Wellen stellen können.

von
Lara Hofer
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Bald schon kann in der Schweiz gesurft werden – mitsamt Aussicht auf die Walliser Alpen.

Bald schon kann in der Schweiz gesurft werden – mitsamt Aussicht auf die Walliser Alpen.

Bildmontage Alaia Bay
Im April eröffnet in Sion ein Wavepool, also ein riesiges Schwimmbecken, welches bis zu zwei Meter hohe Wellen generieren kann. Es handelt sich dabei um den ersten Wavepool in Kontinentaleuropa.

Im April eröffnet in Sion ein Wavepool, also ein riesiges Schwimmbecken, welches bis zu zwei Meter hohe Wellen generieren kann. Es handelt sich dabei um den ersten Wavepool in Kontinentaleuropa.

Alaia Bay
Das Becken ist in der Mitte durch einen Steg abgetrennt. Darin befinden sich die Elemente, die durch Impulse regelmässig Wellen erzeugen können.

Das Becken ist in der Mitte durch einen Steg abgetrennt. Darin befinden sich die Elemente, die durch Impulse regelmässig Wellen erzeugen können.

Bildmontage Alaia Bay

Darum gehts

  • Bis zu zwei Meter hohe Wellen kann der Wavepool generieren, der zurzeit in Sion VS gebaut wird.

  • Es ist der erste Wavegarden in ganz Kotinentaleuropa – und der fünfte weltweit.

  • Der Surfanlage soll bereits im Frühling eröffnet werden.

  • Bietet sie für Surffreudige eine perfekte Alternative für eine Reise ans Meer?

Wer in der Schweiz lebt und gerne auf dem Surfbrett steht, der hat es nicht einfach. Meer gibt es hier keines, Alternativen nur wenige – zumindest bis anhin. Denn nun hat der Walliser Adam Bonvin, der Gründer der Alaïa Group, ein neues Projekt auf die Beine gestellt: Als Multi-Millionen-Projekt wird in Sion der erste Wavepool in Kontinentaleuropa gebaut. Bereits ab April können Surffreudige und Wasser-Abenteurer dort die ersten Wellen reiten.

Zwischen schneebedeckten Bergen

Der Wavepool in Sion ist weltweit der vierte seiner Art. Bis anhin gibt es einen in England, einen in Australien und einen in Südkorea. Da die Schweiz kein Meereszugang hat, biete sich der Standort optimal für einen Wavegarden an: «Ich denke, dass viele Schweizerinnen und Schweizer eigentlich sehr gerne surfen, jedoch nicht die Möglichkeit haben, regelmässig zu verreisen», so David Hürzeler, Head of Sports der Alaïa Group. Der «Alaïa Bay» soll deshalb eine Alternative bieten. Doch wie funktioniert so ein Wellenbecken in den Bergen überhaupt?

Schlangenförmige Impulse

Das Becken ist 120 Meter lang und in der Mitte bis in die Hälfte durch einen Steg getrennt. Darin befinde sich der Motor. «Dieser besteht aus 46 Elementen, die schlangenförmige Impulse ausstossen, welche sich auf das Wasser übertragen und so eine Welle generieren», erklärt Hürzeler.

Das Becken starte mit einer Tiefe von drei Metern und werde dann «immer untiefer, damit die Welle perfekt brechen kann.» Ein optimales Becken zu kreieren, brauche viel Know-how. Hinter der Konstruktion der Anlage im Wallis stecke deshalb die Firma Wavegarden, welche global tätig ist und bereits andere Wavepools konstruiert hat.

Anfänger bis Profi

Die eingebauten Elemente in der Mitte des Beckens, die die Impulse ausstossen, können verschieden stark eingestellt werden. «So kann die Höhe und die Art der Wellen angepasst werden», erklärt Hürzeler. Eine Welle werde maximal zwei Meter hoch – zwischen 600 und 1000 Wellen können pro Stunde generiert werden.

Ungefähr zwölf Sekunden lang könne man dann auf der erzeugten Welle surfen – wenn man nicht schon früher ins Wasser fällt. Ansonsten seien stets Rettungsschwimmer und Surfcoaches vor Ort: «So können sich nebst den Profis auch Anfänger aufs Brett wagen.»

Auch im Winter offen

Im Sommer mag surfen ja ganz beliebt sein, doch wie sieht es im Winter aus? «Die Anlage wird das ganze Jahr über offen sein – auch im Winter», so Hürzeler. Das Wasser werde zwar nicht geheizt, dafür stünden den Surfern Neoprenanzüge zur Verfügung – inklusive Handschuhe, Mützen und Schuhe. Gefrieren könne das Wasser nicht, da es ständig in Bewegung ist.

Da der Wavepool in der Nähe diverser Skigebiete liegt, erhoffe man sich zu dieser Zeit vor allem auch Besuche von Skifahrerinnen und Skifahrern. «Die Anlage wird teilweise auch nachts geöffnet sein. Es kann also auch noch spät abends gesurft werden.»

Und das Corona-Konzept?

Die ganzjährige Öffnung der Anlage bringt auch pandemiebezogene Vorteile mit sich: Ein grosser Menschen-Ansturm kann verhindert werden. Ein konkretes Corona-Schutzkonzept gäbe es zwar noch nicht, doch: «Wir sind sicher im Vorteil, da sich unsere Anlage draussen befindet und sehr weitläufig ist.»

Der Eröffnung im April stehe also nichts mehr im Weg. An ein Surferlebnis im richtigen Meer werde der Wavepool zwar vermutlich nicht herankommen, so Hürzeler, doch: «Die Wellen werden sicherlich grösser und länger sein, als an vielen anderen bekannten Surfspots in der Welt.»

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17 Kommentare
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Mike ZH

07.01.2021, 16:37

Da kommt sicher der BR und verkürzt die Öffnungszeiten damit sich auch alle anstecken können. Nur so kann die Akzeptanz der eingekauften Impfung erreicht werden sonst bleiben die Entscheider noch darauf sitzen.

Mensch

06.01.2021, 08:43

Ist ja typisch Mensch Immer und überall was haben. Und über Umweltschutz und Energiesparen klagen das können sie. Bin ja nicht gegen alles aber gegen vieles unnötiges

O. Rona

06.01.2021, 08:42

Auf Grund von Corona bleiben Freizeitanlagen geschlossen. Die Eröffnung ist verschoben bis ins Jahr 2022