Studie rüttelt auf – Im Westen der USA war es seit 1200 Jahren nicht mehr so trocken
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Studie rüttelt aufIm Westen der USA war es seit 1200 Jahren nicht mehr so trocken

In den Jahren zwischen 2000 und 2021 nahm die Dürre in den südwestlichen Bundesstaaten historische Ausmasse an. Forscher sehen einen Teufelskreis von Trockenheit und steigenden Temperaturen am Werk. Dass der Klimawandel dahinter steckt, steht für sie ausser Frage.

von
Patrick McEvily
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Der Westen der USA leidet seit Jahrzehnten an Dürre.

Der Westen der USA leidet seit Jahrzehnten an Dürre.

AFP
Nun haben Forscher und Forscherinnen erörtert, dass es sich bei der Trockenheit seit dem Jahr 2000 um die schlimmste Dürre in 1200 Jahren handelt.

Nun haben Forscher und Forscherinnen erörtert, dass es sich bei der Trockenheit seit dem Jahr 2000 um die schlimmste Dürre in 1200 Jahren handelt.

AFP
Der Süden Kaliforniens wird bereits seit Jahrzehnten mit Wasser aus dem Norden des Staates beliefert.

Der Süden Kaliforniens wird bereits seit Jahrzehnten mit Wasser aus dem Norden des Staates beliefert.

imago images/YAY Images

Darum gehts

Eine neue Studie belegt, dass der Westen der USA über die vergangenen beiden Jahrzehnte so trocken war, wie seit 1200 Jahren nicht mehr. Anhand von Daten von Baumringen lasse sich zeigen, dass der Zeitraum von 2000 bis ins Jahr 2021 aussergewöhnlich trocken und heiss gewesen sei, schreiben Forscherinnen und Forscher im Nature Climate Change Journal. 

Die Nachricht folgt auf eine extreme Wetterabfolge in der Region. Noch im Dezember kam es zu heftigen Schneefällen – in Kalifornien war die Zuversicht gross, dass die schlimmsten Effekte der Dürre vorüber sein könnten. Los Angeles verzeichnete gemäss CNN einen der regenreichsten Dezember seit Beginn der Messungen. Doch im neuen Jahr kehrten äusserst heisse und trockene Wetterbedingungen zurück. Wie CNN weiter berichtet, war der Januar der achttrockenste, der je gemessen wurde.

Durch Klimawandel steigende Temperaturen befeuern Dürre

Um das Jahr 1500 habe es zwar bereits einmal ähnliche Zustände wie im Zeitraum zwischen 2000 und 2018 gegeben, schreiben die  Autoren und Autorinnen weiter.  Doch die vergangenen drei Jahre hätten den Hitze- und Dürre-Rekord ausgebaut. Schuld daran sei klar der Klimawandel, befinden die Autoren und Autorinnen. «Ohne den Klimawandel käme die aktuelle Periode nicht an historische Mega-Dürren heran», schreiben sie. Wegen der warmen Luft entzögen Böden und Pflanzen immer mehr der verbleibenden Feuchtigkeit. «Steigen die Treibhausgas-Emissionen und damit die Temperaturen an, zieht die Atmosphäre Wasser aus dem Ökosystem», erklärte einer der Studienautoren gegenüber der «Washington Post». Der Vorgang wird auch «background drying» (dt. «Hintergrund-Trocknung») genannt. So habe es 2021 in Kalifornien zwar ausgeprägte Regenphasen gegeben; wegen der hohen Temperaturen habe die Dürre jedoch angehalten.

Die Autoren betonen, dass es in der Region auch zu früheren Zeitpunkten zu ausgeprägten Dürreperioden gekommen sei. Die zusätzlich hohen Temperaturen der vergangenen Jahrzehnte hätten das Problem jedoch klar verschärft. Um die Lage in Kalifornien grundlegend zu verbessern, müsste es jahrelang überdurchschnittlich viel regnen. Die Politik vor Ort dürfte über die kommenden Jahrzehnte gefragt sein. Auch Wasser-Rationierungen könnten zum Thema werden. Dem will man jedoch in Städten wie Los Angeles zuvorkommen, indem man die Infrastruktur der Millionenmetropole auf die veränderten klimatischen Bedingungen ausrichtet. Gemäss CNN sind mehrere Pilotprojekte am Laufen, die versuchen, Regenwasser besser aufzufangen. 

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