10.07.2014 04:12

ZürichIm X-tra gibt es bald vegane Küche

Die Töchter eines Kebab-Verkäufers führen ab September ein veganes Restaurant im Zürcher X-tra-Gebäude. Mit Körnlipicken habe das aber nichts zu tun, versprechen sie.

von
Maja Sommerhalder
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Die Schwestern Elif (l) und Sibel Erisik kochen gerne vegane Gerichte - so etwa Marzipan-Apfel-Muffins.

Die Schwestern Elif (l) und Sibel Erisik kochen gerne vegane Gerichte - so etwa Marzipan-Apfel-Muffins.

ZVG
Ab September eröffnen sie im ehemaligen Restaurant X-tra beim Zürcher Limmatplatz ihr eigenes Lokal.

Ab September eröffnen sie im ehemaligen Restaurant X-tra beim Zürcher Limmatplatz ihr eigenes Lokal.

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Die beiden wollen beweisen, dass die vegane Küche sexy und köstlich ist.

Die beiden wollen beweisen, dass die vegane Küche sexy und köstlich ist.

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Veganer Döner, Marzipan-Apfel-Muffins, Mozzarella-Salat oder Fondue mit pflanzlichem Käse: Die Schwestern Elif (38) und Sibel Erisik (40) bieten ab dem 20. September im ehemaligen Restaurant X-tra beim Zürcher Limmatplatz nur noch Gerichte und Getränke auf Pflanzenbasis an. «Wir haben am Mittwoch den Mietvertrag unterschrieben – ein Traum ist in Erfüllung gegangen», sagt Elif Erisik.

Dabei sind die Schwestern erst vor einem halben Jahr in die Gastrobranche eingestiegen. Elif war zuvor Programmleiterin beim Sender Joiz und ihre Schwester studierte Lebensmitteltechnologie. Vor zwei Jahren fing Sibel an, sich aus gesundheitlichen Gründen intensiv mit der Ernährung auseinanderzusetzen und wurde nach 20 Jahren als Vegetarierin zur Veganerin. Elif, die zu diesem Zeitpunkt noch Fleisch ass, zog nach: «Mir liegt eine tiergerechte Haltung sehr am Herzen.» Seit sie Veganerin sei, sei sie zudem viel fitter, sagt sie.

«Man merkt nicht, dass wir auf tierische Produkte verzichten»

Auf köstliches Essen wollten sie aber nicht verzichten: «Wir sind Genussmenschen und keine Birkenstock-tragenden Körnlipicker», sagen die Töchter eines türkischen Gastwirtes, der in den 70er-Jahren einen der ersten Schweizer Kebab-Läden eröffnet hat. Vor allem Chefköchin Sibel tüftelte tagelang an den Rezepten. «Nicht mal unsere fleischessenden Freunde merkten, dass wir auf tierische Produkte verzichten», sagt sie.

Ihre Kreationen boten die beiden bald mit ihrem Unternehmen Elle'n'Belle hauptberuflich bei Caterings und in Kochkursen an – mit Erfolg. «Wir erhielten immer mehr Anfragen – teilweise wurden wir für Grossaufträge gebucht, ohne dass die Kunden unser Essen zuvor probiert hatten.»

Für ihr eigenes Restaurant Elle'n'Belle mussten sie aber den X-tra-Geschäftsleitern doch vorkochen und ein Konzept vorlegen. Bisher hatten diese das Restaurant im Gebäude selbst betrieben, doch das Geschäft lief nicht mehr befriedigend, wie Jürg Burkhardt sagt: Seit Weihnachten legten sie deshalb eine Pause ein, um das Konzept zu überdenken. «Wir sind zum Schluss gekommen, dass wir das Restaurant durch Elle'n'Belle führen lassen wollen.»

Das klare Profil der beiden Schwestern habe ihn überzeugt. «Sie präsentieren die vegane Küche dermassen lustvoll und das Essen schmeckt mega lecker», so Burkhardt. Dass in der Vergangenheit bereits vegane Restaurants in Zürich scheiterten, macht ihm keine Angst: «Ein bisschen Mut braucht man als Unternehmer und ich glaube daran, dass die beiden erfolgreich sein werden.»

«Vegane Küche ist sexy»

Dass Zürich reif für die vegane Küche ist, finden auch Sibel und Elif Erisik: «Wir möchten zeigen, dass diese sexy ist – auch für Leute, die eigentlich gerne Fleisch essen.» Ihr Restaurant hat unter der Woche von 11 bis 23 Uhr geöffnet und am Samstag von 18 bis 23 Uhr. Die Gerichte werden an der Bar bestellt und sind auch als Take-away-Menüs erhältlich. «Am Samstag servieren wir zudem mehrgängige Dinners», sagt Elif Erisik.

Die Preise seien nicht allzu hoch, findet Elif: «Die Mittagsmenüs kosten 20 bis 25 und ein Döner um die elf Franken.» Wie bisher wird in der Lounge des Restaurants Kaffee und Alkohol serviert – alles vegan, versteht sich. Zudem gibt es für die Hotel-Gäste und Bankettteilnehmer im X-tra weiterhin Kuhmilch und Fleisch. Die Hotelgäste werden allerdings ab Herbst nicht mehr im X-tra-Gebäude selbst, sondern in einem Nachbarbetrieb frühstücken.

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