Aktualisiert

Im Zeichen des Kreuzes

Bundespräsident Moritz Leuenberger hat in seiner Ansprache zum neuen Jahr für Konkordanz und Ausgleich plädiert.

In einer Zeit, in der die Starken im Vordergrund stünden, brauche es einen starken Staat, der sich um die Schwachen kümmere, sagte Leuenberger.

Der neue Bundespräsident stellte das Schweizer Kreuz ins Zentrum seiner Ansprache, um welches der Bundesrat auch auf seinem offiziellen Foto für das neue Jahr posiert. Dieses Kreuz stehe für Gemeinsamkeit und sei ein Symbol für die schweizerische Konkordanz, sagte der Umwelt- und Verkehrsminister. Der gemeinsame Einsatz für die öffentliche Sache und für das Staatswesen gebe der Schweiz Kraft und inneren Zusammenhalt. Als Beispiel nannte Leuenberger die gegenseitige Hilfe nach den Unwettern vom vergangenen August. «In diesem Geist wollen wir unser Land auch weiterhin gestalten.»

Der Konkordanz, über die derzeit diskutiert und die in Frage gestellt werde, habe die Schweiz viel zu verdanken, fuhr Leuenberger fort. Er zählte dabei etwa die Altersvorsorge, aber auch Infrastrukturen wie Bahn, Post und Strassen auf. Auch die heutige Generation müsse diese Infrastrukturen und die soziale Sicherheit in der Schweiz erhalten. Die Aufgabe der Politik und besonders der Regierung sei es, den Ausgleich zu suchen und Kompromisse zu finden.

Mahnende Worte richtete Leuenberger in seiner über Radio und Fernsehen ausgestrahlten Rede an jene, welche die Staatsaufgaben reduzieren und mehr der Initiative Einzelner überlassen wollen. Der Wettbewerb löse nicht alle Probleme, er schaffe neben Siegern auch Verlierer. In einer Zeit, in der die Starken im Vordergrund stünden, brauche es den Staat, der sich auch um jene kümmere, die im Schatten lebten. «Das macht die Stärke unseres Landes aus», sagte Leuenberger. «Wir müssen vieles ändern, aber wir sollten nicht leichtfertig gefährden, was wir erreichten: Den inneren Zusammenhalt, den Ausgleich zwischen allen Regionen, die gleichen Rechte für alle und einen starken, demokratischen Staat, der das alles garantiert.» Zum Schluss seiner Rede wünschte Leuenberger allen Bürgern ein glückliches neues Jahr. (dapd)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.