Image-Desaster bei Bank Bär: Kundendaten geklaut

Aktualisiert

Image-Desaster bei Bank Bär: Kundendaten geklaut

Ein Unbekannter hat Datensätze über superreiche Kunden der Bank
Julius Bär an die Wirtschaftszeitung «Cash» geschickt.

Das Bankkundengeheimnis wurde aufs Schwerste verletzt. Insgesamt befinden sich 169 Megabyte Dateien auf der CD, die jetzt von der «Cash»-Redaktion an einem sicheren Ort aufbewahrt wird. Die Daten stammen aus dem Büro der Julius-Bär-Gruppe auf den Cayman Islands.

Erfasst wurden sie in den Jahren 1997 bis 2003. Es handelt sich unter anderem um Informationen über eine Kundenklientel, die es gerne besonders vertraulich hat: die superreichen Privatkunden. Betroffen sind laut «Cash» in erster Linie prominente Personen aus Politik, Wirtschaft und Kultur, darunter wohlhabende Schweizer Bürger.

«Wir behandeln die Daten grundsätzlich wie jedes Material von Informanten», sagte ein «Cash»-Redaktor gegenüber 20 Minuten. Daher wurde die CD auch nicht der Bank ausgehändigt. «Wir geben grundsätzlich kein vertrauliches Informationsmaterial von unseren Quellen heraus – auch nicht von anonymen Informanten», hiess es aus der Redaktion.

Für die Bank Bär ist der Datenklau doppelt schlimm: Diskretion ist eine grosse Stärke der Privatbank. Der Reputationsverlust ist enorm. «Wir versuchen mit allen Mitteln eine Wiederholung zu verhindern», so Julius-Bär-Sprecher Stefan Müller.

(mhb)

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