Winterthur: Imam der An'Nur-Moschee bleibt in Haft
Aktualisiert

WinterthurImam der An'Nur-Moschee bleibt in Haft

Der Imam der An'Nur-Moschee, der zu Mord aufgerufen haben soll, und eine weitere Person wurden in U-Haft versetzt. Zwei weitere Beschuldigte sind wieder auf freiem Fuss.

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lüs
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Die Hausdurchsuchung in der An'Nur-Moschee in Winterthur Hegi begann am 2. November 2016 in den frühen Morgenstunden.

Die Hausdurchsuchung in der An'Nur-Moschee in Winterthur Hegi begann am 2. November 2016 in den frühen Morgenstunden.

Mario Stäuble / Tages-Anzeiger
Mehrere Einsatzfahrzeuge der Kantonspolizei Zürich waren vor Ort.

Mehrere Einsatzfahrzeuge der Kantonspolizei Zürich waren vor Ort.

ann
«Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland hat die Kantonspolizei Zürich unterstützt von der Stadtpolizei Winterthur hier den Vollzug einer Hausdurchsuchung respektive eines Vorführbefehls vollzogen», sagte Kapo-Sprecher Stefan Oberlin.

«Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland hat die Kantonspolizei Zürich unterstützt von der Stadtpolizei Winterthur hier den Vollzug einer Hausdurchsuchung respektive eines Vorführbefehls vollzogen», sagte Kapo-Sprecher Stefan Oberlin.

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Die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland hat gegen den äthiopischen Imam sowie gegen ein Vorstandsmitglied der An'Nur-Moschee Antrag auf Anordnung von Untersuchungshaft gestellt –wegen Verdachts der öffentlichen Aufforderung zu Verbrechen oder Gewalt. Dies teilte die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich am Freitag mit.

Das Zwangsmassnahmengericht hat den Antrag am Freitag gutgeheissen. Zwei weitere Beschuldigte sind nach der Befragung durch die Staatsanwaltschaft auf freien Fuss gesetzt worden. Als erster kam Atef Sahnoun, der ehemalige Präsident der Moschee, auf freien Fuss. Ihn habe man bereits am Mittwoch freigelassen, nachdem sich gezeigt habe, dass er «nicht mehr zu den Entscheidungsträgern der Moschee» gehöre, so die Oberstaatsanwaltschaft.

Zuständiges Vorstandsmitglied bleibt in Haft

Eine weitere Person aus dem Umfeld der Moschee kam am Donnerstag auf freien Fuss, weil man «keinen direkten Zusammenhang zur Predigt vom 21. Oktober habe erstellen können». Jenes Vorstandsmitglied, das mutmasslich zuständig ist, ist die Person, die neben dem Imam in U-Haft genommen wurde.

Der Imam soll am 21. Oktober während seiner Predigt zum Mord an denjenigen Muslimen aufgerufen haben, die sich weigern, an den gemeinsamen Gebeten in der Moschee teilzunehmen. Zudem soll er die Anwesenden aufgefordert haben, diese Muslime zu denunzieren. Die Ermittlungen werden laut der Staatsanwaltschaft fortgesetzt, alle vier Verfahren seien noch hängig.

Drei Strafbefehle ausgesprochen

Die Polizei führte am Mittwochmorgen in der Moschee und bei drei Personen aus dem Umfeld der Moschee Hausdurchsuchungen durch.

In der An'Nur-Moschee wurden im Rahmen der Razzia vier Personen wegen Verdachts auf Zuwiderhandlungen gegen das Ausländergesetz verhaftet. Drei von ihnen wurden mittlerweile per Strafbefehl wegen rechtswidrigen Aufenthalts sowie teilweise rechtswidriger Einreise bestraft, beim vierten stellte sich heraus, dass er sich rechtmässig als Tourist in der Schweiz aufhielt.

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