An'Nur-Moschee: «Imam wusste nicht, was er sprach»
Aktualisiert

An'Nur-Moschee«Imam wusste nicht, was er sprach»

Nach über einem Monat in Haft ist der Interimspräsident der umstrittenen Winterthurer Moschee wieder auf freiem Fuss. Die radikalen Aussagen des Imams bezeichnet er als «unpassend».

von
nag
1 / 7
Der Präsident der An'Nur-Moschee wurde aus der Haft entlassen. Er wurde verhaftet, nachdem am 2. November eine Razzia in der umstrittenen Moschee in Winterthur durchgeführt worden war.

Der Präsident der An'Nur-Moschee wurde aus der Haft entlassen. Er wurde verhaftet, nachdem am 2. November eine Razzia in der umstrittenen Moschee in Winterthur durchgeführt worden war.

kein Anbieter/Annette Hirschberg
Polizei vor Ort: Im Morgengrauen fuhren die Behörden beim Winterthurer Bahnhof Hegi vor.

Polizei vor Ort: Im Morgengrauen fuhren die Behörden beim Winterthurer Bahnhof Hegi vor.

kein Anbieter/Mario Stäuble
Die Polizei sperrt die Strassen rund um die Moschee ab.

Die Polizei sperrt die Strassen rund um die Moschee ab.

kein Anbieter/Annette Hirschberg

Das bei einer Razzia verhaftete Vorstandsmitglied der Winterthurer An'Nur-Moschee konnte das Gefängnis verlassen. Der Mann wurde bereits am Donnerstag aus der Untersuchungshaft entlassen. Die Befragungen seien weitgehend abgeschlossen, weshalb der Haftgrund der Kollusionsgefahr wegfalle, teilte die Oberstaatsanwaltschaft mit.

In einem Interview mit dem «Blick» nahm der 35-jährige Ilir H. Stellung zu Fragen rund um die Moschee. In einem Freitagsgebet im Oktober soll der äthiopische – und immer noch inhaftierte – Prediger Shaik Abdurrahman in der von Ilir H. geleiteten Moschee zum Mord an jenen Muslimen aufgerufen haben, die sich weigern, an den Gebeten in der Moschee teilzunehmen. Ilir H. rechtfertigte sich damit, dass er als Leitender nur für das Administrative und Finanzielle zuständig sei und Inhalte der Predigten nicht in seiner Verantwortung lägen. Der Imam sei Äthiopier und könne kein Arabisch. Seine «unpassende Rede» habe er sich aus dem Internet heruntergeladen: «Er wusste nicht, was er sprach.»

Nicht noch mehr Interesse wecken

Auch von der Radikalisierung von Jugendlichen, die in den Jihad gezogen sind, habe Ilir H. nichts bemerkt. Es seien ruhige Kinder gewesen und man könne nie wissen, «warum jemand so wird». Vielleicht hätten Videos auf Youtube die Jugendlichen zur Jihad-Reise bewogen, so Ilir H.

Auf die Frage, ob die Moschee nicht präventiv gegen solche Gefahren hätte vorgehen können, meinte er, das Gotteshaus halte sich aus den politischen Diskussionen raus, um nicht noch mehr Interesse zu wecken.

Drei von vier Personen wieder frei

Am 2. November wurden anlässlich einer Razzia in der An'Nur-Moschee vier Personen verhaftet. Darunter auch der Imam, der sich als Einziger weiterhin in Haft befindet.

Gemäss Oberstaatsanwaltschaft laufen die Verfahren trotz der Freilassungen aber gegen alle vier weiter.

Deine Meinung