Zürich: Immer jüngere Schiris auf den Fussballplätzen
Aktualisiert

ZürichImmer jüngere Schiris auf den Fussballplätzen

Bei Zürcher Fussballspielen ist der Schiedsrichter oft der Jüngste auf dem Platz. Seit zwei Jahren hat
sich die Zahl der 15- bis 20-Jährigen verdoppelt.

von
Regina Ryser

Ein falscher Entscheid des Schiedsrichters: Die Zuschauer buhen, die Spieler drohen und die Trainer schimpfen. Mittendrin steht der Spielleiter – ein 15-Jähriger. Regelmässig kommt es im Kanton Zürich vor, dass der Unparteiische der Jüngste auf dem Fussballplatz ist – sogar bei 2.-Liga-Spielen gibt es viele junge Linienrichter: «Die Zahl der jungen Schiedsrichter hat sich in den letzten zwei Jahren auf 40 verdoppelt», bestätigt And­reas Baumann, Leiter der Abteilung Schiedsrichter beim Fussballverband Region Zürich.

Beim letzten Spielleiterkurs hatte er so viele Jugendliche wie noch nie: Statt 10 Prozent waren 30 Prozent der Teilnehmer zwischen 15 und 20 Jahre alt. Trotzdem würden sie in der Regel auf dem Spielfeld akzeptiert. «Wenn jemand zu jung aussieht, raten wir ihm vom Kurs ab», sagt Baumann.

Warum ist der Job bei ­Jugendlichen plötzlich so beliebt? «Wir unterstützen neue Spielleiter viel intensiver als früher», sagt René Berger, Vorstandspräsident des Schiedsrichterverbands Region Zürich. Jedem werde ein Götti zur Seite gestellt, der die Neuen bei diversen Spielen begleite und jederzeit bei Problemen für sie da sei. Auch finanziell sei der Job für Lehrlinge oder Studenten attraktiv: «Pro Spiel verdient man mindestens 70 Franken.»

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