Nordkorea: Immer mehr Fälle – Kim macht Corona-Ballone aus Südkorea verantwortlich

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NordkoreaImmer mehr Fälle – Kim macht Corona-Ballone aus Südkorea verantwortlich

Im Reich von Diktator Kim Jong-un explodiert die geschätzte Zahl der Corona-Infektionen. Der Grund für die Millionen von Ansteckungen soll aus dem Nachbarland im Süden kommen.

von
Benedikt Hollenstein
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Experten gehen davon aus, dass sich seit Mai Millionen von Nordkoreanerinnen und Nordkoreanern mit dem Coronavirus infiziert haben dürften.

Experten gehen davon aus, dass sich seit Mai Millionen von Nordkoreanerinnen und Nordkoreanern mit dem Coronavirus infiziert haben dürften.

AFP
Nordkorea-Diktator Kim Jong-Un ist überzeugt, dass Nachbar und Erzfeind Südkorea an den vielen Ansteckungen schuld ist.

Nordkorea-Diktator Kim Jong-Un ist überzeugt, dass Nachbar und Erzfeind Südkorea an den vielen Ansteckungen schuld ist.

REUTERS
So meldete ein Infektionsschutzzentrum, dass ein Soldat und ein Kind nach Kontakt mit «ausländischen Dingen» positiv auf die Omikron-Variante getestet worden seien.

So meldete ein Infektionsschutzzentrum, dass ein Soldat und ein Kind nach Kontakt mit «ausländischen Dingen» positiv auf die Omikron-Variante getestet worden seien.

AFP

Darum gehts

  • In Nordkorea nimmt die Zahl der Corona-Fälle laut Experten und Expertinnen derzeit stark zu.

  • Das Regime von Kim Jong-un sieht als Übel eine mutmassliche Propagandaaktion Südkoreas.

  • In der Vergangenheit schickten Südkoreaner immer wieder Flugblätter in den repressiven Staat.

Nordkoreanischen Medien zufolge könnte der Corona-Ausbruch im Land die Folge südkoreanischer Propagandaaktionen mit Ballons sein. Nach Angaben eines Infektionsschutzzentrums hätten ein 18-jähriger Soldat und ein fünfjähriges Kind in Ipho nahe der Grenze Anfang April Kontakt mit «ausländischen Dingen» gehabt und seien später positiv auf die Omikron-Variante des Coronavirus getestet worden, berichteten Staatsmedien am Freitag. In der Stadt seien später Infektionscluster festgestellt worden. Einige Menschen mit Fieber seien von dort in die Hauptstadt Pyongyang gereist.

«Auf ausländische Dinge achten»

Das Infektionsschutzzentrum habe in einer Notfallanweisung angeordnet, auf «ausländische Dinge» zu achten, die durch den Wind und mit Ballons über die Grenze kämen, hiess es weiter. Wer Derartiges finde, solle es umgehend den Behörden melden. Was mit «ausländischen Dingen» konkret gemeint ist, schrieben die Medien nicht.

Südkoreanische Aktivisten haben immer wieder Propagandaflugblätter mit Ballons nach Nordkorea geschickt, sehr zum Zorn der darin kritisierten nordkoreanischen Führung. Die Flugblattaktionen sind allerdings weitgehend gestoppt worden.

Das südkoreanische Vereinigungsministerium erklärte, es sei praktisch unmöglich, dass Ballons aus dem Süden das Virus nach Nordkorea getragen hätten. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO wird das Virus durch winzige Tröpfchen in der Atemluft übertragen. Das ist vor allem dann möglich, wenn Menschen dicht gedrängt in schlecht belüfteten Innenräumen stehen.

4,7 Millionen «Fieberfälle»

Nordkorea hatte gut zwei Jahre lang beteuert, innerhalb seiner Grenzen gebe es keine Corona-Infektionen, bevor es im Mai schliesslich doch einen Ausbruch einräumte. Eine genaue Zahl positiv getesteter Menschen nannte es nicht. Die Behörden sprachen lediglich von 4,7 Millionen Fieberfällen und 73 Toten. Ausländische Experten halten diese Zahlen für manipuliert.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Mühe mit der Corona-Zeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel.  058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Branchenhilfe.chRatgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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