Schlechte Haltung: Immer mehr Hamster im Spital
Aktualisiert

Schlechte HaltungImmer mehr Hamster im Spital

Das Tierspital muss immer mehr Hamsterpatienten pflegen. Nun setzt sich der Zürcher Tierschutz für die beliebten Nager ein.

von
Regina Ryser
Züricher mögen Hamster: Rund 10 000 werden im Kanton gehalten.

Züricher mögen Hamster: Rund 10 000 werden im Kanton gehalten.

«Hamster sind beliebte Haustiere», sagt Kathrin Herzog, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Zürcher Tierschutz. «Sie sind klein, brauchen vermeintlich wenig Platz und man kann sie ohne Bewilligung in der Mietwohnung halten.» Sie schätzt, dass rund 10 000 Hamster in Zürcher Wohnungen gehalten werden.

Aber nicht alle von ihnen führen ein glückliches und gesundes Leben: 51 Hamster musste allein das Zürcher Tierspital im vergangenen Jahr betreuen – fast doppelt so viele wie noch 2003. «Die Hälfte unserer Hamster-Patienten sind krank, weil sie nicht artgerecht gehalten werden», sagt Tierarzt Marcus Clauss von der Vetsuisse-Fakultät der Universität Zürich. Die Halter würden mit den besten Absichten handeln, beispielsweise, wenn sie das pelzige Tierchen mit Nahrungsmitteln verwöhnen – dieses überfresse sich daran aber und lege an Gewicht zu.

Dies beobachtet auch Kathrin Herzog: «Nur wenige wissen, dass Hamster nicht zum Spielen, sondern zum Beobachten anregen sollen.» Deshalb hat der Zürcher Tierschutz nun reagiert: Er hat Ratgeber-Broschüren für die Haltung von Gold- und Zwerghamstern verfasst. Die Ratgeber sind ab sofort beim Tierschutzverlag oder im Buchhandel erhältlich.

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