Problem Elterntaxi: Immer mehr Kids rasseln durch Veloprüfung
Aktualisiert

Problem ElterntaxiImmer mehr Kids rasseln durch Veloprüfung

Die Verkehrspolizei ist besorgt: Jeder sechste Schüler fällt durch die Veloprüfung. Schuld sind vor allem die Eltern.

von
Claudio Gagliardi
Auf wackeligen Stahleseln: Jeder sechste Schüler fällt in Biel und Bern durch die Veloprüfung.

Auf wackeligen Stahleseln: Jeder sechste Schüler fällt in Biel und Bern durch die Veloprüfung.

Zittrig fährt die Fünftklässlerin auf die Abzweigung zu. Beim Rückwärtsschauen verliert sie das Gleichgewicht und klatscht vor dem Rotlicht vollends auf die Strasse. Szenen wie diese erleben Verkehrsinstruktoren der Kantonspolizei Bern öfters.

«Immer mehr Kinder bestehen die Veloprüfung - welche einen theoretischen und praktischen Teil beinhaltet - nicht oder können gar nicht erst daran teilnehmen», sagt Bruno Spichiger, Dienstchef Verkehrs­sicherheit der Kapo. In Biel fällt durchschnittlich jedes sechste Kind durch die Veloprüfung, schreibt das «Bieler Tagblatt». Dies treffe in etwa auch auf Bern zu, bestätigt Spichiger. «Im Gegensatz zu ländlichen Regionen sind die Kinder in der Stadt kaum mehr mit dem Velo unterwegs», erklärt Spichiger. Die Durchfallquote sei in der Vergangenheit tendenziell deutlich tiefer gewesen.

Elterntaxis als Problem

Pro Velo Bern nimmt die ­Eltern in die Pflicht. «In der Stadt werden Kinder wegen ­Sicherheitsbedenken häufiger in die Schule gefahren als auf dem Land. So lernen sie nicht mehr richtig Velo fahren», sagt Präsidentin Regula Tschanz. Mehr «Elterntaxis» führten jedoch zu mehr Verkehr um die Schulen und dies wiederum zu grösserer Gefahr für die Kinder, ist sich Tschanz sicher. «Eltern müssen ihren Kleinen wieder vorleben, dass Velofahren sicher ist und Spass macht», fordert Tschanz. Sie appelliert aber auch an die Städte, die Sicherheit für Velofahrer weiter zu erhöhen.

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