Aktualisiert 10.06.2009 23:18

BaselImmer mehr Kinder haben Mühe mit Velofahren

Zu unbeweglich und zu uninteressiert: Unter Kindern
ist Velofahren nicht beliebt.
Kurse sollen die Kleinen nun
aufs Rad bringen.

von
Anna Lüthi

«Die Zahl der Velo fahrenden Kinder hat in den letzten zehn Jahren um 50 Prozent abgenommen – das ist alarmierend», sagt Michael Rytz vom Verkehrs-Club der Schweiz. Schuld an dieser Zunahme ist vor allem der Chauffeurdienst vieler Eltern. «Eine Mutter sorgt sich um die Sicherheit ihres Kindes, nimmt ihm aber zugleich auch die Chance, Fahrrad fahren zu üben.» Rytz hält dies auch ­wegen der Übergewichtsproblematik für inakzeptabel. «Alle wollen, dass sich Kinder mehr bewegen: Dafür muss man ihnen aber auch zeigen wie.»

Pro Velo beider Basel bietet deswegen samstägliche Kurse an, in denen ­Familien üben, mit dem Velo herumzukurven. Mehrheitlich nehmen engagierte Eltern mit bereits Velo fahrenden Kids das Angebot in Anspruch. Alle übrigen Kinder steckt die Polizei ab der 3. Klasse in obligatorische Velofahrkurse. Viele sitzen dann aber zum ersten Mal auf dem Rad. «Besonders Kinder aus Migrationsfamilien haben oft gar kein Velo – und sind auch nicht daran interessiert», so Andreas Bläsi, Leiter der Abteilung Prävention. Begründung für die Abneigung: Während der Velofahrt können Kinder das Handy nicht benützen.

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