Aktualisiert 15.05.2007 11:30

Immer mehr Kindernotrufe

Kinder und Jugendliche in Not wenden sich immer öfter an den Notruf 147. Jeden Tag gehen bei der Telefonhilfe von pro juventute rund 150 Anrufe ein.

Letztes Jahr wurden insgesamt 55 000 Beratungsgespräche geführt, etwa 20 Prozent mehr als 2005.

Kinder und Jugendliche suchten aus unterschiedlichen Gründen Unterstützung, schreibt pro juventute in einer Medienmitteilung vom Dienstag. Suizidabsichten, häusliche Gewalt oder Übergriffe seien dabei jeden Tag ein Thema.

Zugenommen hätten besonders Anrufe wegen Gewalt auf dem Schulweg oder auf dem Pausenplatz, sagte Sieglinde Gertig, Leiterin der Telefonberatung, auf Anfrage. Das hänge damit zusammen, dass es tatsächlich mehr Gewalt gebe. Die Kinder trauten sich aber auch eher, darüber zu sprechen.

Keine Zunahme stellt Gertig dagegen bei Anrufen wegen sexueller Übergriffe fest. Manchmal kämen bei den Gesprächen zwar solche Missbräuche ans Licht. Trotz der vielen Medienberichte handle es sich aber noch immer um ein Tabu.

Die Leitung der kostenlosen Telefonberatung steht Tag und Nacht offen. Es handelt sich laut Gertig um eine Erstanlaufstelle, bei der Kinder anrufen und ihr Herz ausschütten können. Danach versuche man gemeinsam mit dem Kind, eine Anlaufstelle im Umfeld zu finden. Die Polizei schalten die Beraterinnen nur dann ein, wenn ein Leben unmittelbar gefährdet ist.

(sda)

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