Wegen der Wirtschaftskrise: Immer mehr Luzerner versinken in den Schulden
Aktualisiert

Wegen der WirtschaftskriseImmer mehr Luzerner versinken in den Schulden

In der Krisenzeit treibt die Arbeitslosigkeit die Luzerner in die Schuldenfalle: Die Beratungsstellen haben zurzeit Hochbetrieb.

von
Clarissa Rohrbach

«Jeder zweite Verschuldete, der zurzeit bei uns Hilfe sucht, hat wegen der Wirtschaftskrise seinen Job verloren», sagt Charly Gmür, Leiter der Fachstelle für Schuldenfragen Luzern. In der finanziellen Notlage würden die Leute Kredite aufnehmen, die sie dann nicht mehr zurückzahlen könnten. Besonders tief verschuldet seien Akademiker, weil diese höhere Kredite bekämen. «Die Leute kommen schliesslich verzweifelt zu uns, weil sie mit Betreibungen überhäuft werden», so Gmür.

Auch bei der Luzerner Frauenzentrale suchen im Moment mehr Arbeitslose oder Kurzarbeitnehmer Rat. «Wo es ohnehin schon knapp war, bringen 30 Prozent weniger Lohn das Haushaltsbudget zum Kippen», sagt Rita Hermann, Bereichsleiterin Budgetberatung. Vor allem im Januar komme es oft zu Engpässen, weil die Leute im Dezember einen Haufen Geld ausgegeben hätten. Dazu kämen noch die offenen Steuerrechnungen. «Wir helfen das Budget zu optimieren, damit die Hilfesuchenden sparen können», so Hermann.

Laut der Sozialberatung der Caritas sind besonders Junge, Alleinstehende, alte Männer und Familien mit vielen Kindern betroffen. «Auch bei uns war der Zulauf in den letzten Monaten stark», sagt Sprecher Urs Odermatt.

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