Basel: Immer mehr Migranten lernen Velo fahren
Aktualisiert

BaselImmer mehr Migranten lernen Velo fahren

Viele Migranten können nicht Velo fahren. Doch immer mehr wagen sich in einem Extrakurs auf den Drahtesel.

von
Jonas Hoskyn
Migranten machen im Verkehrsgarten erste Versuche auf dem Velo. Foto: hys

Migranten machen im Verkehrsgarten erste Versuche auf dem Velo. Foto: hys

«Wir haben seit Jahren eine steigende Nachfrage für die Anfängerkurse», sagt Kursleiter Ruedi Jenni. Mittlerweile bieten Pro Velo und Gsünder Basel drei Kurse parallel an, um die Nachfrage decken zu können. An fünf Abenden können jeweils zwölf Frauen und Männer im Verkehrsgarten Morgartenring zum ersten Mal in die Pedalen der kleinen Klappvelos treten. «Viele sassen noch gar nie auf einem Velo», so Jenni. So beispielsweise Helime Uysal aus der Türkei: «Ich bin in einem kleinen Dorf aufgewachsen. Da gab es keine Velos.» Mit 55 Jahren möchte sie nun Velo fahren lernen. «Meine beiden Töchter fahren beide Velo und dann könnten wir einen Ausflug machen.» Die gleiche Motivation hat auch Claudia Verga aus Kamerun. Zur Unterstützung ist ihre elfjährige Tochter Gabriella mitgekommen und gibt der Mutter Tipps.

Klar, dass es beim Zusammentreffen der unterschiedlichen Kulturen immer wieder zu Unvorhergesehenem kommt. «Eine Japanerin ist mal im Kimono aufgetaucht», so Jenni. «Damit kann man natürlich nicht Velo fahren.» Unkomplizierter läuft es da bei gläubigen Muslimen. «Die nehmen einfach ihren Teppich mit und beten in der Pause.»

www.gsuenderbasel.ch

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