Terror und Polizeigewalt: Immer mehr Staaten warnen vor USA-Reisen
Aktualisiert

Terror und PolizeigewaltImmer mehr Staaten warnen vor USA-Reisen

Die USA sind eine beliebte Reisedestination der Schweizer. Doch das Land steht zurzeit negativ in den Schlagzeilen. Sogar Österreich mahnt nun zur Vorsicht.

von
K. Wolfensberger
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Die Freiheitstatue in New York ist eine beliebte Touristenattraktion in den USA.

Die Freiheitstatue in New York ist eine beliebte Touristenattraktion in den USA.

epa/Justin Lane
Auch den Times Square besuchen New-York-Reisende gern.

Auch den Times Square besuchen New-York-Reisende gern.

AP/Richard Drew
Ebenfalls beliebt ist die Route 66, die von Chicago in Illinois nach Los Angeles in Kalifornien führt. Doch in den letzten Monaten gerieten die USA vermehrt wegen Fällen von Polizeigewalt und Terrorismus in die Negativschlagzeilen.

Ebenfalls beliebt ist die Route 66, die von Chicago in Illinois nach Los Angeles in Kalifornien führt. Doch in den letzten Monaten gerieten die USA vermehrt wegen Fällen von Polizeigewalt und Terrorismus in die Negativschlagzeilen.

AP/Mike Gullett

Die Freiheitsstatue in New York oder die historische Route 66 an der Westküste: Die USA bieten viele Sehenswürdigkeiten, die Zehntausende Schweizer Touristen anlocken. Doch in den letzten Wochen war das Land oft negativ in den Schlagzeilen. Der Amoklauf in einem Gay-Nachtclub in Florida, die Tötung zweier unbewaffneter Schwarzer in Baton Rouge und St. Paul durch Sicherheitskräfte sowie die Ermordung von fünf Polizisten durch einen Attentäter sorgten weltweit für Schlagzeilen.

Aufgrund dieser Ereignisse haben gewisse Länder nun ihre Reisewarnungen für die Vereinigten Staaten angepasst. Dazu gehören auch – eher überraschend – die Bahamas. Das Aussenministerium des karibischen Inselstaates warnt in einer Mitteilung vor den aktuellen Rassenunruhen und empfiehlt «jungen, männlichen Bürgern der Bahamas», in den USA extrem vorsichtig zu sein. «Seien Sie nicht konfrontativ, sondern kooperieren Sie mit der Polizei», heisst es in dem Schreiben.

«Hände aufs Lenkrad legen»

Nicht nur die Bahamas, auch Neuseeland warnt Bürger, die eine USA-Reise planen: «Wir empfehlen Ihnen, alle Formen von Protestveranstaltungen und Demonstrationen zu vermeiden, da es dabei zu sozialen Unruhen kommen kann.» Ähnlich klingt es bei Australiern, Chinesen und sogar bei den Russen. Das offizielle Österreich warnt vor Terroranschlägen und sagt: «Im Anlassfall sind die Anweisungen der örtlichen Sicherheitskräfte zu befolgen.» Bei der Einreise sei mit verschärften Kontrollen zu rechnen. Die Kroaten wiederum warnen, dass die amerikanischen Polizeikräfte «durchsetzungsfähiger» seien als in den meisten europäischen Staaten und auch vor dem Gebrauch von Gewalt nicht zurückschrecken würden.

Auch das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hat besondere Hinweise, die im Zusammenhang mit den jüngsten Ereignissen stehen, publiziert. Nach Polizeieinsätzen, die als unverhältnismässig empfunden werden, könne es zu lokalen Protesten und Zusammenstössen mit den Sicherheitskräften kommen, so das EDA. Und weiter: «Falls Sie von der Polizei angehalten werden, bleiben Sie im Fahrzeug sitzen und legen Sie die Hände aufs Lenkrad, bis die Beamten bei Ihnen sind und weitere Anweisungen geben.»

Immer noch sehr beliebt

Bisher beeinflussen die Negativschlagzeilen aus den USA das Buchungsverhalten der Schweizer nicht. «Die USA sind in den Top drei unserer beliebtesten Ferienziele auf Langstrecken-Flügen», erklärt Marcel Schlatter von Kuoni Reisen. Derzeit würden die USA sogar Wachstumsraten verzeichnen. Insbesondere Florida, der Nordosten, der Nordwesten und Hawaii fänden grossen Anklang.

Ähnlich klingt es bei den Konkurrenten Hotelplan Suisse und TUI Suisse. Bei TUI sind die USA diesen Sommer sogar die Nummer eins bei den Fernreisezielen, bei Hotelplan Suisse nehmen sie ebenfalls einen Spitzenplatz ein, werden aber noch von Kuba und der Dominikanischen Republik geschlagen.

Die Gründe für den anhaltenden Erfolg der USA sind vielfältig. Kuoni-Sprecher Schlatter erklärt: «Einerseits ist der Wechselkurs zum US-Dollar noch immer sehr attraktiv, andererseits fliegt man relativ günstig und schnell in die Staaten.» Nordamerika biete ausserdem viel. Es eigne sich nicht nur zum Shoppen, sondern auch zum Geniessen der Landschaften, der Strände und der Städte. Trotz einzelner Negativschlagzeilen seien die USA nach wie vor ein sicheres und stabiles Reiseland.

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