Aktualisiert 20.05.2007 21:14

Immer mehr zählt die Persönlichkeit

Fachkompetenz ist das eine,
Führungskompetenz das andere. Wer ganz nach oben kommen will, muss auch über die entsprechende Persönlichkeit verfügen, weshalb der Bedarf an Soft Skills stetig ansteigt.

Wer allerdings glaubt, nur mit menschlichen Eigenschaften ans Ziel zu gelangen, irrt. Privatkundenberater P.

(32) stuft das Fachwissen als nach wie vor absolut prioritär ein. «Wem es an Fachkompetenz mangelt, steht ziemlich schnell an.» Er verneint je - doch nicht, dass den Soft Skills vermehrt Bedeutung beigemessen wird. So besuchte P. kürzlich eine interne Weiterbildung, welche ausschliesslich Fragetechniken gewidmet war. «Im Idealfall soll der Kunde selber merken, dass meine Vorschläge zu seinem Nutzen sind», sagt er. Geschickt formulierte Fragen sind ein Puzzleteil, den Klienten von einem Produkt zu überzeugen.

Samuel (27) arbeitet in der Chefetage der Tavolago AG, welche für die Gastronomie auf dem Vierwaldstättersee verantwortlich zeichnet. Für ihn sind die Soft Skills eine absolute Notwendigkeit, vor allem für diejenigen, die im direkten Kontakt mit den Kunden stehen. «Was nützt es mir, wenn der Servicefachangestellte fachlich top ist, den Gast aber nicht wie einen König behandelt?», bringt er die Kernkompetenz im Gastgewerbe auf den Punkt.

Selbst auf dem Bau wird heute besser darauf geachtet, dass angenehme Umgangsformen und Sauberkeit keine leeren Worthülsen bleiben. Plattenleger Manfred (32) stehen die Haare zu Berge, wenn er davon hört, dass verdreckte Schuhe, flegelhaftes Auftreten und im Haus hinterlassene Zigarettenstummel Programm seien. «Bereits unseren Lehrlingen wird eingebläut, dass das saubere Abdecken der Baustelle und ein freundliches Auftreten heute ganz einfach vorausgesetzt werden.»

Gabriel Aeschbacher

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