Aktualisiert 12.12.2006 16:16

Immer weniger Arbeitslose in Zürich

Im Kanton Zürich gibt es 6000 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der Arbeitslosen ist damit um über 20 Prozent zurückgegangen. Für die nächsten Jahre rechnet das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) aber mit keinem weiteren Rückgang.

Ende November betrug die Arbeitslosenquote im Kanton Zürich 3,0 Prozent, was 22 013 Personen gemeldeten Personen entspricht. Im Vorjahr war der Anteil Arbeitslose mit 3,9 Prozent (28 074) noch deutlich höher.

AWA-Chef Bruno Sauter bezeichnete die im nationalen Vergleich überproportional rasche Abnahme der Arbeitslosenzahl als Merkmal einer stark dienstleistungsorientierten Gesellschaft. «Zürich reagiert daher immer sehr schnell auf Konjunkturschwankungen», sagte Sauter am Freitag vor den Medien.

Dass sich der Trend der letzten 12 Monate weiter fortsetzt, bezweifelt Sauter indes. Für ihre interne Planung geht das AWA von einer konstanten Arbeitslosenquote von 2,9 bis 3 Prozent aus. «Da muss man realistisch sein», meinte Sauter.

Für gewisse Branchen werde sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt nicht so schnell ändern. Etwa in der Baubranche passe die von den Unternehmen nachgefragte Arbeit und die auf dem Markt verfügbaren Arbeitskräfte oft nicht zueinander.

Nachfrage nach Gutqualifizierten

Im Allgemeinen sei auch zu erwarten, dass je länger je mehr Arbeitskräften mit einer Hochschulausbildung nachgefragt würden. Eine solche Entwicklung ist bereits seit Anfang der 90er-Jahre beobachtbar. Sie führt dazu, dass sich die konjunkturelle Entwicklung nur bis zu einem gewissen Mass auf die Arbeitslosenquote auswirkt.

Mit der Öffnung des Arbeitsmarkts hätten insbesondere Deutsche mit entsprechenden Qualifikationen auf dem Zürcher Arbeitsmarkt tolle Perspektiven. Im europäischen Vergleich steht der Kanton Zürich mit 3 Prozent Arbeitslosen aber gut da. «Die EU spricht bei einer solchen Quote bereits von einem funktionierenden Arbeitsmarkt», sagte Sauter.

Weniger Stellensuchende pro Berater

Die gesunkene Arbeitslosenzahl spiegelt sich auch im Betreuungsverhältnis der Mitarbeiter der Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV). Zur Zeit betreut jeder RAV-Mitarbeiter nicht mehr ganz 100 Stellensuchende. In den vergangenen Jahren waren es aber oft mehr als die vom Bund empfohlenen 100 Personen pro Berater.

Zu Entlassungen kommt es in den RAV deshalb aber nicht. Wie Sauter am Freitag in Zürich ausführte, werde sich der Personalbestand durch natürliche Fluktuationen wieder einpendeln. Gleichzeitig betonte der AWA-Chef, wie wichtig die Arbeit der RAV trotz der tieferen Arbeitslosenquote bleibe.

Viele Personen hätten trotz besserer Wirtschafslage Schwierigkeiten, einen Job zu finden. Sie können dank einem besseren Zahlenverhältnis zwischen Beratern und Stellensuchenden besser beraten werden.

Zusammenarbeit mit IV und Sozialhilfe

Um die Betreuung der Arbeitslosen zu optimieren, sollen RAV-Mitarbeitende vermehrt auch für Beratungstätigkeiten befähigt werden, die bisher in den RAV noch nicht stark nachgefragt wurden. Dazu gehört etwa die Betreuung von hochqualifizierten Arbeitslosen.

Ausserdem wird die interinstitutionelle Zusammenarbeit mit der IV, den Sozialhilfebehörden und Berufsinformationszentren auch in den Städten Zürich und Winterthur ausgedehnt. Bis anhin lief ein entsprechendes Pilotprojekt in Uster ZH.

Notiz: Die Meldung rdz007 wurde ab dem dritten Abschnitt nach dem Lead neu gefasst.

(sda)

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