Immer weniger Babys
Aktualisiert

Immer weniger Babys

Im vergangenen Jahr sind in der Schweiz erneut weniger Kinder zur Welt gekommen. Rückläufig war auch der Gang zum Standesamt, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Dienstag mitteilte.

Demgegenüber nahmen die Scheidungen und Todesfälle zu.

2003 wurden insgesamt 71.800 Kinder geboren, 500 weniger als 2002. Die Zahl der Geburten ging damit in den letzten Jahren fast stetig zurück. Tiefere Geburtenzahlen wurden mit wenigen Ausnahmen letztmals in den 1930er-Jahren ausgewiesen. Die durchschnittliche Anzahl Kinder, die eine Frau im Laufe ihres Lebens zur Welt bringt, sank 2003 auf ein Rekordtief von 1,37. 1990 lag dieser Wert noch bei 1,59. Gemäss der Statistik werden zudem auch die Mütter immer älter. Drei von fünf Müttern waren im Jahr 2003 30-jährig oder älter. Mit 29,7 Jahren blieb das durchschnittliche Alter der Frauen bei der Geburt des ersten Kindes im Vorjahresvergleich aber stabil. Grösser wurde der Anteil der Frauen, die ein Kind unverheiratet zur Welt bringen. 2003 betrug er 12,4 Prozent, 2002 lag er bei 11,7 Prozent.

Die Zahl der Todesfälle ist seit 1990 ziemlich konstant. Mit rund 63.100 Todesfällen betrug die Zunahme 2003 im Vergleich zum Vorjahr 1.300. Am meisten Todesfälle wurde im Monat März mit 6.068 verzeichnet. Im dem von einer Hitzewelle geprägten August starben 5.253 Menschen, 9,5 Prozent mehr als im Schnitt der der vergangenen vier Jahre. Die Lebenserwartung der Männer ist erneut gestiegen, und zwar von 77,6 Jahren im Jahr 2002 auf 77,9 Jahre im Jahr 2003. Jene der Frauen ist mit 83 Jahren hingegen stabil geblieben. Im Jahr 2003 lag der Geburtenüberschuss bei 8.800 Kindern. Dies ist der tiefste Wert seit 1918, dem Jahr der Spanischen Grippe, als ein Überschuss an Todesfällen verzeichnet worden war.

2003 heirateten 40.100 Paare, 100 weniger als im Vorjahr. Seit Anfang der 90er-Jahre geht die Zahl der standesamtlichen Trauungen zurück. Etwa je ein Fünftel der Frauen und Männer heiratete 2003 mindestens zum zweiten Mal. Das durchschnittliche Alter bei der Erstheirat stieg erneut leicht an. Männer waren bei der Hochzeit im Schnitt 31,3 Jahre alt, Frauen 29 Jahre. Die Zahl der Scheidungen stieg ebenfalls an, und zwar um 400 auf 16.800. Die geschiedenen Ehen dauerten durchschnittlich 13,6 Jahre. Damit dürften rund 40 Prozent der Ehen geschieden werden. Fast jedes zweite geschiedene Ehepaar hatte Kinder unter 18 Jahren. (dapd)

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