Immer weniger stellen sich Lese- und Schreibproblemen
Aktualisiert

Immer weniger stellen sich Lese- und Schreibproblemen

Trotz der konstant hohen Zahl an Personen mit einer Lese- und Schreibschwäche sind entsprechende Kurse in der Zentralschweiz schlecht besucht. Die Kursleiter sind ratlos.

«Seit einem Jahr bekommen wir immer weniger Anmeldungen», bedauert Yvonne Weideli, Kursleiterin für Erwachsene mit Lese- und Schreibschwächen. Dabei gibt es schweizweit rund 800 000 Menschen, die unter einem Lese- und Schreibdefizit leiden. Dies kostet den Staat jährlich 1,1 Milliarden Franken. Weideli kann sich die sinkende Nachfrage nicht erklären: «Da wir keinen Kontakt mit den anonymen Schreib- und Leseschwachen aufnehmen können, wissen wir auch nicht, wo das Problem liegt.»

Dabei wäre ein Kursbesuch für die Betroffenen eine grosse Hilfe. «Mein Selbstbewusstsein hat sich durch den Kurs extrem verbessert», sagt Legastheniker Beat Hagenbuch (36) aus Luzern. Und in den Ferien liest er jetzt sogar ab und zu ein Buch: «Das hätte ich mir früher nicht vorstellen können.» Ein anderer Kursteilnehmer erzählt: «Der Kurs hat mich privat und geschäftlich gestärkt und mir gezeigt, dass ich nicht der Einzige mit diesem Problem bin.»

Laura Schütt

Deine Meinung