Drogenkrieg: Immigranten-Massaker führt zu Rücktritt
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DrogenkriegImmigranten-Massaker führt zu Rücktritt

Drei Wochen nach den Morden an 72 Immigranten in Mexiko ist die Leiterin der Einwanderungsbehörde zurückgetreten. Ein Grund dafür wurde nicht genannt.

In diesem Haus wurden am 24. August die Leichen von 72 Einwanderern aus Mittel- und Südamerika entdeckt.

In diesem Haus wurden am 24. August die Leichen von 72 Einwanderern aus Mittel- und Südamerika entdeckt.

Cecilia Romero war seit dem Amtsantritt von Präsident Felipe Calderón im Dezember 2006 Chefin des Nationalen Instituts für Migration. Ein Grund für ihren Rücktritt wurde nicht genannt. Eine Regierungsvertreterin sagte, die Behörden suchten als Nachfolger jemanden mit mehr Erfahrung in Sicherheitsfragen. Das Massaker habe deutlich werden lassen, wie eng verflochten Drogenhandel und illegale Einwanderung in Mexiko inzwischen seien. Romero habe das Institut modernisiert und für Menschlichkeit und Respekt gesorgt. Angesichts des grossen Einflusses der organisierten Kriminalität sei aber nun ein neuer Behördenleiter mit einem anderen Hintergrund gefragt.

Die Leichen der 72 Einwanderer aus Mittel- und Südamerika waren am 24. August im Norden Mexikos entdeckt worden. Sie sollen getötet worden sein, weil sie sich geweigert hatten, als Drogenkuriere zu arbeiten. Für das bislang schwerste Verbrechen im mexikanischen Drogenkrieg wird das Zeta-Drogenkartell verantwortlich gemacht. Mehrere mutmassliche Mitglieder der Bande wurden festgenommen. (dapd)

Staatsname soll geändert werden

Die Partei des mexikanischen Präsidenten Felipe Calderón hat einen Vorschlag zur Änderung des offiziellen Staatsnamens neu aufgegriffen. Niemand verwende den 1824 angenommenen, vollständigen Namen «Die Vereinigten Staaten von Mexiko», erklärte die konservative Partei der Nationalen Aktion (PAN) am Dienstag in Senat. Daher wirke er lediglich wie eine Nachahmung des Nachbarlandes USA. Ein ähnlicher Vorstoss wurde bereits 2003 vorgelegt, er gelangte aber nie zur Abstimmung. Mexiko feiert am Mittwoch den 200. Jahrestag seiner Unabhängigkeit. (dapd)

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