Aktualisiert 05.07.2012 19:49

Immer dreisterImmo-Betrüger kopieren echte Wohnungsinserate

Sie missbrauchen die Identität realer Leute und schreiben in bestem Deutsch: Immo-Betrüger werden immer dreister.

von
Roman Hodel
Dreist und professionell: Screenshot eines Betrugsinserats auf UrbanHome.ch.

Dreist und professionell: Screenshot eines Betrugsinserats auf UrbanHome.ch.

Die Zahl lässt aufhorchen: 38 Betrugsinserate hat die Immobilienplattform UrbanHome im letzten Mai aus rund 3000 neu erfassten Anzeigen herausgefiltert – doppelt so viele wie ein Jahr zuvor. Doch damit nicht genug: Die Betrüger werden auch immer dreister. «Die Kriminellen kopieren echte Wohnungsinserate und missbrauchen so die Identität von realen Personen, um mehr Vertrauen zu erwecken», sagt Nikkole Schumacher, Geschäftsführerin von UrbanHome.

Zudem werde zunehmend in «perfektem» Deutsch inseriert. Meist würden kleinere Wohnungen beworben, weil man vorauszuzahlende Mietkautionen von 500 bis 1000 Franken weniger hinterfrage. «Eine Analyse zeigt weiter, dass Betrüger vor allem Ausländer und Expats im Visier haben», so Schumacher. «Sie stehen oft unter Druck, schnell eine Bleibe zu finden, und gehen daher eher Risiken ein.» In mehreren Fällen habe man inzwischen die Polizei eingeschaltet.

Betrugsinseraten werden immer professioneller

Dies macht auch Home­­­-gate.ch: «Nach einem Phishing-Mail erstatteten wir Anzeige gegen unbekannt», so Sprecher Daniel Bruckhoff. «Trotz IP-Adresse konnte die Polizei die Urheber aber nicht ausfindig machen.»

Er stellt ebenfalls eine Professionalisierung bei Betrugsinseraten fest. Monatlich zähle man rund zehn Betrugsversuche unter den 20 000 neu erfassten Inseraten. Bruckhoff: «Dank unseren Filtern ist jedoch seit letztem Herbst bei uns kein Fake-­Inserat mehr online gegangen.»

Nützliche Tipps für Wohnungssuchende

Um Betrügern nicht auf den Leim zu kriechen, mahnen Immobilienportale Wohnungs­suchende zur Vorsicht: «Nie sollte man eine Wohnung mieten, bevor man sie besichtigt hat», sagt etwa Nikkole Schu­macher von UrbanHome. Auch ­dürfe man nie eine Mietkaution im Voraus zahlen. «Und schliesslich ist Vorsicht geboten, wenn der Vermieter einer Wohnung im Ausland ist», so Schumacher.

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