Zürich zu teuer: Immobilienboom verlagert sich ins Mittelland
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Zürich zu teuerImmobilienboom verlagert sich ins Mittelland

Der Immobilienboom in der Schweiz kühlt etwas ab und verlagert sich: Kaufinteressenten weichen den Hochpreiszonen aus. Die neuen Hotspots sind das Mittelland und die Ostschweiz.

Zürich und Genf sind zu teuer für die Kaufinteressenten. Die neuen Hotspots liegen im Mittelland und in der Ostschweiz.

Zürich und Genf sind zu teuer für die Kaufinteressenten. Die neuen Hotspots liegen im Mittelland und in der Ostschweiz.

Der Immobilienboom in der Schweiz kühlt etwas ab und verlagert sich: Die erhöhten Eigenmittelanforderungen drücken zwar die Nachfrage im oberen Preissegment und in einigen Hochpreisregionen. Doch die Kaufinteressenten weichen aus und heizen andere Segmente an.

Der Nachfragefokus verschiebt sich einerseits stärker in die Mitte des Preisspektrums, wie es im Immobilienmonitor der Grossbank Credit Suisse heisst, der am Mittwoch veröffentlicht wurde. Dadurch seien die Preise von Standardobjekten im 1. Quartal 2013 erneut stark gestiegen.

Andererseits weichen Kaufinteressenten aufgrund tieferer Preise in die weitere Agglomeration aus. Das verschiebt die Preisdynamik laut der Studie «aus den Überhitzungsregionen Genf und Zürich in das Mittelland und in die Ostschweiz». Insgesamt habe sich das Wachstum des Hypothekarkredit-Volumens innert Jahresfrist von 5 auf 3,9 Prozent verlangsamt.

Preise werden weiter steigen

Die Nachfrageverschiebung aufgrund der Regulierung werde somit «partiell sichtbar». Die Credit Suisse verweist insbesondere auf die seit 1. Juli 2012 geltende Selbstregulierung der Schweizerischen Bankiervereinigung, welche unter anderem verlangt, dass mindestens 10 Prozent des Kaufpreises als hartes Eigenkapital eingebracht werden muss.

Hinzu kommen die gedämpften Einkommenserwartungen in der Bankenbranche. Demgegenüber habe der von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) beantragte und vom Bundesrat per 30. September 2013 bewilligte antizyklische Kapitalpuffer «marginale Auswirkungen».

Der geforderte zusätzliche Eigenmittelpuffer der Banken von 1 Prozent verteuere zwar Neuhypotheken. Doch der Effekt sei zu gering, um das Verhalten der Nachfrager angesichts rekordtiefer Zinsen grundlegend zu verändern. Die Preise für Wohneigentum werden laut den CS-Experten weiter steigen, wenn auch weniger dynamisch. (sda)

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