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BetrugsverdachtImmobilienkrise zieht Verhaftungswelle nach sich

Die Krise mit Subprime-Krediten auf Immobilien hat in den USA zu einer regelrechten Verhaftungswelle geführt. Seit März nahm die US-Bundespolizei FBI bereits über 400 Personen fest. Allein seit vergangenem Mittwoch wurden 60 Leute verhaftet.

Den betroffenen Managern wird Betrug bei der Kreditvergabe vorgeworfen, berichtet «Financial Times Deutschland». Dadurch sei die Finanzkrise, die sich bei Finanzinstituten weltweit bisher durch Abschreibungen in Höhe von über 400 Milliarden Franken äusserte, mit ausgelöst worden. Unter den Verhafteten befinden sich Immobilienvermittler, Anwälte, Gutachter und Kreditverleiher. Der Vorwurf: Um die Kreditvergabe zu ermöglichen, seien Einkommens- und Vermögensangaben gefälscht und der Wert von Häusern zu hoch angegeben worden.

Krise dauert an

Der Schaden bei US-Kreditnehmern und Hausbauern wurde vom FBI auf über eine Milliarde Dollar beziffert. Die seit einem Jahr anhaltende Hypotheken-Krise hat zu massiven Verkaufseinbrüchen am Housing-Markt geführt und steht Experten zufolge noch nicht an ihrem Ende. Sie rechnen damit, dass sie mindestens bis 2009, wenn nicht sogar bis Anfang 2010, andauern wird. Auch das FBI selbst ist indirekt von den Folgen der Subprime-Krise betroffen. Aufgrund mangelnder Ressourcen hat die Behörde zahlreiche Untersuchungen wegen Finanzbetrugs einstellen müssen, um sich ausschliesslich den Fällen in Zusammenhang mit Subprime konzentrieren zu können.

Ehemalige Bear Stearns-Manager verhaftet

Seit dem 1. März wurden in 144 Fällen Untersuchungen wegen betrügerischer Kreditvergabe durchgeführt. Unter den Verhafteten befinden sich auch zwei ehemalige Manager der Traditionsbank Bear Stearns, die aufgrund ihrer Pleite vom Investmenthaus JPMorgan Chase übernommen worden war. Den Hedge-Fonds-Managern Ralph Cioffi und Matthew Tannin wird Wertpapierbetrug vorgeworfen. Sie hätten von schweren Problemen bei Hedge-Fonds gewusst, diese dennoch als «grossartige Gelegenheit» verkauft. Dadurch sei Investoren ein Schaden von 1,4 Milliarden Dollar entstanden. «Betrug bei der Hypothekenvergabe bedroht unsere Wirtschaft, die Stabilität unseres Immobilienmarkts und den Seelenfrieden von Millionen Amerikanern»‚ so der stellvertretende Generalstaatsanwalt Mark Filip. (scc/pte/rmd)

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