Polizeieinsatz in Frauenfeld - Impfgegner dringen während Geburt in Gebärsaal ein
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Polizeieinsatz in FrauenfeldImpfgegner dringen während Geburt in Gebärsaal ein

Während der Geburt eines Kindes kommt es im Kantonsspital Frauenfeld zu einem Polizeieinsatz. Die Spitalleitung wehrt sich gegen die Vorwürfe der Familie.

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Schwere Vorwürfe gegen das Thurgauer Kantonsspital Frauenfeld: Der Bruder der Mutter auf dem Youtube-Kanal von Massnahmenskeptiker Daniel Stricker.

Schwere Vorwürfe gegen das Thurgauer Kantonsspital Frauenfeld: Der Bruder der Mutter auf dem Youtube-Kanal von Massnahmenskeptiker Daniel Stricker.

Screenshot Youtube/StrickerTV
Auch der Vater des Neugeborenen tritt auf.

Auch der Vater des Neugeborenen tritt auf.

Sie behaupten, der werdenden Mutter sei eine schmerzstillende Spritze vorenthalten worden, weil sie keinen PCR-Test machen wollte.

Sie behaupten, der werdenden Mutter sei eine schmerzstillende Spritze vorenthalten worden, weil sie keinen PCR-Test machen wollte.

Darum gehts

  • Während einer Geburt im Kantonsspital Frauenfeld ist es zu einem Polizeieinsatz gekommen.

  • Die Angehörigen der werdenden Mutter hätten den Ablauf gestört, heisst es von der Spitalleitung.

  • Der Mutter sei die medizinische Behandlung verweigert worden, weil sie keinen PCR-Test habe machen wollen, behaupten die Angehörigen.

Anfang September brachte eine Frau im Thurgauer Kantonsspital in Frauenfeld ihr Kind zur Welt. Ein paar Tage danach erheben der Vater und der Bruder der Mutter im Youtube-Kanal von Corona-Massnahmenskeptiker Daniel Stricker schwere Vorwürfe gegen das Spital, wie der «Blick» berichtet.

Der ungeimpften Frau sei über längere Zeit die Behandlung verweigert worden, weil sie keinen PCR-Test machen wollte. Um sie zum Einlenken zu bringen, habe man ihr während einer halben Stunde gar eine schmerzstillende Spritze vorenthalten, zitiert die Zeitung die beiden. Beim Gebären habe sie eine Maske tragen müssen, obwohl sie ein Attest hatte, sagte ihr Bruder. «Wohl stressbedingt» sei das Kind dann per Notkaiserschnitt zur Welt gebracht worden, meinte der Vater im Youtube-Video.

Spitalleitung widerspricht

Die Spitalleitung widerspricht vehement: «Die Anschuldigungen sind frei erfunden und verzerren die Vorgänge», sagte Marc Kohler, CEO des Spitals Thurgau AG, zu «Blick». Die Frau sei gleich wie alle anderen Patientinnen und Patienten behandelt worden, sie habe auch keine Maske tragen müssen. «Der Ablauf wurde allerdings von den beteiligten Angehörigen erheblich gestört, die die Vorschriften massiv missachteten und die medizinische Arbeit behinderten, sodass unser Personal die Polizei rufen musste», sagte Kohler.

In einem Artikel in der «Frauenfelder Woche» in der Ausgabe vom 15. September doppelt die Leitung des Kantonsspitals Frauenfeld nach und verteidigt sich gegen die Vorwürfe der Familie. In einer ausführlichen Stellungnahme erklären die drei Spitaldirektoren Dr. Stefan Duewell, Doris Rathgeb und Norbert Vetterli ihre Sicht der Dinge. Zwar könnten sie sich nicht zu Detailinhalten einzelner Patienten äussern, doch sie erklären: «Das Spital hat nie und wird nie die Gesundheit einer Patientin oder eines Patienten gefährden, nur um des Covid-Testes willen.» Die neu eingeführte Zertifikatspflicht in den Spitälern des Kantons treffe nicht auf ambulant eingewiesene Patientinnen und Patienten zu. Ausserdem stünden mehrere Möglichkeiten bereit, sollte eine Patientin einen Test verweigern.

Andere Patienten müssen geschützt werden

Eine Option ist ein stationärer Aufenthalt unter Isolationsmassnahmen. Das kann bedeuten, dass die ungetestete Person das Zimmer nicht verlassen darf und keinen Besuch empfangen kann. Das Personal muss bei der Arbeit mit ungetesteten Patientinnen und Patienten Schutzkleidung tragen. Diese Massnahmen seien nötig, um andere Patientinnen und Patienten und das Personal nicht zu gefährden.Die Spitaldirektion weist darauf hin, dass das Spital andere Patientinnen und Patienten, die teilweise in angrenzenden Patientenzimmer liegen, geschützt werden müssen. Dazu gehören auch solche mit geschwächtem Immunsystem, Krebspatienten, Neugeborene und Risikopatienten. Auch der Schutz der Mitarbeitenden muss gewährleistet sein.Eine weitere Option für Gebärende sei eine ambulante Geburt, falls der Gesundheitsstatus von Mutter und Kind das zulässt.

Bruder der Mutter hat gemäss Polizei Angestellte verbal angegriffen

Die Reaktion der Eltern erklären sich die Spitaldirektoren durch die angespannte gesellschaftliche Lage zurzeit. «Die Nerven liegen blank und die Stimmung ist sehr gereizt.». Als Verantwortliche müssten sie auch den Schutz der eigenen Angestellten sicherstellen. «Unsere Mitarbeitenden leisten auch in der mittlerweile vierten Welle der Covid-Pandemie Ausserordentliches, um die Gesundheitsversorgung der Thurgauer Bevölkerung sicherzustellen.» Mit Blick auf die geltenden Corona-Massnahmen schreiben die drei: «Wir alle wären froh, wenn diese irgendwann einmal nicht mehr nötig sind.» Man stehe für weitere Fragen jederzeit zur Verfügung.

Die Kantonspolizei Thurgau bestätige gegenüber der Zeitung den Einsatz. Eine Person im Eingangsbereich des Spitals habe randaliert. Es sei dort mit dem Bruder der werdenden Mutter und seiner Mutter zu «Diskussionen» gekommen. Der Mann sei dann gegenüber dem Personal «verbal ausfällig» geworden. Die zwei hätten sich darauf Zugang zum Spital und Gebärsaal verschafft. Danach hätten laut «Blick» die ausgerückten Einsatzkräfte die Situation beruhigen können.

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(chk)

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