Österreich – Impfgegner erfinden Impf-Tod von 6-Jährigem und fliegen damit auf
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ÖsterreichImpfgegner erfinden Impf-Tod von 6-Jährigem und fliegen damit auf

Im österreichischen Kärnten soll ein sechsjähriges Kind in einer Impfstrasse kollabiert und gestorben sein. Ein Faktencheck zeigt nun, was an diesem Gerücht wirklich dran ist: gar nichts.

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Eine Frau berichtet auf sozialen Medien in einer Audio-Nachricht von einem sechsjährigen Jungen, der wegen einer Impfung gegen das Coronavirus kollabiert und gestorben sein soll. Die Geschichte ist allerdings frei erfunden. (Symbolbild)

Eine Frau berichtet auf sozialen Medien in einer Audio-Nachricht von einem sechsjährigen Jungen, der wegen einer Impfung gegen das Coronavirus kollabiert und gestorben sein soll. Die Geschichte ist allerdings frei erfunden. (Symbolbild)

imago images/ZUMA Wire
Die Geschichte soll sich im österreichischen Bundesland Kärnten abgespielt haben. Doch das ist nicht wahr. Im Bild siehst du den Wörthersee, den grössten See Kärntens.

Die Geschichte soll sich im österreichischen Bundesland Kärnten abgespielt haben. Doch das ist nicht wahr. Im Bild siehst du den Wörthersee, den grössten See Kärntens.

Wikipedia/Johann Jaritz/CC BY-SA 3.0 AT
Österreich versucht, mit strengen Massnahmen die Impfquote zu steigern. Das sorgt für Proteste. Im Bild siehst du eine Demonstration gegen die Impfpflicht in Wien.

Österreich versucht, mit strengen Massnahmen die Impfquote zu steigern. Das sorgt für Proteste. Im Bild siehst du eine Demonstration gegen die Impfpflicht in Wien.

AFP

Darum gehts

  • In Österreich soll ein Bub (6) an der Impfung gegen das Coronavirus verstorben sein.

  • Die Verantwortlichen hätten dies zu vertuschen versucht und dem Vater ein «Blutgeld» in fünfstelliger Höhe angeboten, damit er schweigt.

  • Die Geschichte ist allerdings frei erfunden.

Eine verstörende Geschichte aus Österreich macht aktuell unter Impfskeptikern und Impfskeptikerinnen die Runde: Eine Frau berichtet auf sozialen Medien in einer Audio-Nachricht über einen sechsjährigen Jungen, der wegen einer Impfung gegen das Coronavirus kollabiert und gestorben sein soll. Der Bub habe kurz davor in Begleitung seiner Eltern in einer Kärntner Impfstrasse das mRNA-Vakzin von Biontech/Pfizer erhalten.

Niemand kann den Tod des Buben bestätigen

Die Verantwortlichen hätten dies zu vertuschen versucht und dem Vater ein «Blutgeld» in fünfstelliger Höhe angeboten, «damit er den Mund hält und keine Obduktion durchführen lässt». Dieser habe das Angebot aber abgelehnt und den Leichnam seines Sohnes nach Deutschland transferieren lassen, weil er in Österreich keinen Mediziner und keine Medizinerin für eine solche Untersuchung habe finden können, schreibt «Heute».

Doch was ist an dieser Geschichte dran? Die «Kleine Zeitung» hat bei der Polizei, dem Roten Kreuz und dem Land Kärnten nachgefragt – und niemand kann den Tod des Buben bestätigen. «Ein derartiger Todesfall ist uns nicht bekannt», sagt Rainer Dionisio, Sprecher der Landespolizeidirektion Kärnten. Es gebe darum auch keine Ermittlungen. Auch Melanie Reiter, Sprecherin des Roten Kreuz, gab an, dass der Fall nicht bekannt sei.

Urheberin gibt Lüge zu

Der Landesregierung sind die Tonaufnahme und Gerüchte bekannt. Eigene Nachforschungen der Behörden hätten allerdings gezeigt, dass es diesen Todesfall nie gegeben habe. Gerd Kurath, der Pressechef des Landes, erklärte, dass man nun den Verfassungsschutz eingeschaltet habe. Dass die Behörden versucht haben sollen, den Vater eines angeblichen Impftoten mit einem Schweigegeld mundtot zu machen, sei «völlig absurd».

Wie es in der «Kleinen Zeitung» weiter heisst, hat sich die Urheberin der Audio-Nachricht mittlerweile selbst von ihren getätigten Aussagen distanziert. Sie habe eingestanden, dass die ganze Geschichte erlogen sei.

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(Heute.at/mur)

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