Diebstähle im grossen Stil - Impfpässe werden für Kriminelle zum Objekt der Begierde
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Diebstähle im grossen StilImpfpässe werden für Kriminelle zum Objekt der Begierde

Impfpässe als Diebesgut: In den USA, Deutschland und Österreich sind Fälle bekannt geworden, bei denen Einbrecher oder Mitarbeiter von Impfcentern Impfzertifikate stahlen.

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Impfpässe sind in den Fokus von Dieben geraten.

Impfpässe sind in den Fokus von Dieben geraten.

Christopher Neundorf/dpa
Die Nachweise aus Papier werden im Internet teils mit Stempeln und Unterschriften zum Kauf angeboten

Die Nachweise aus Papier werden im Internet teils mit Stempeln und Unterschriften zum Kauf angeboten

Till Simon Nagel/dpa-tmn/dpa
Zertifikate aus Papier gelten als nicht besonders fälschungssicher. 

Zertifikate aus Papier gelten als nicht besonders fälschungssicher.

Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

Darum gehts

  • In mehreren Ländern haben Kriminelle Impfpässe und -zertifikate als Wertgegenstände entdeckt.

  • Sowohl kriminelle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen medizinischer Einrichtungen als auch Einbrecher und Einbrecherinnen haben es auf Zertifikate abgesehen.

  • Die Fälschungen, die Privilegien garantieren, landen jeweils auf dem Schwarzmarkt.

In Wien haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Samariterbundes vor zwei Wochen aus der Impfstrasse beim Vienna Center rund 20 abgestempelte, aber noch nicht personalisierte Impfpässe mitgehen lassen, wie «Vienna online» berichtet. Eine Kollegin der diebischen Angestellten beobachtete die Taten und meldete die Täterinnen und Täter. Sie hatte gesehen, wie ein Mitarbeiter die Blanko-Pässe abgestempelt hatte. Daraufhin seien fünf Mitarbeitende fristlos entlassen und drei von ihnen angezeigt worden, so das Portal weiter. Nach dem Vorfall seien die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt worden.

Auch aus dem deutschen Königswinter wurde ein vergleichbarer Fall publik: Gemäss einer Meldung des WDR waren es in diesem Fall Einbrecher, die in eine Arztpraxis einstiegen und neben Bargeld 300 der gelben Impfpässe erbeuteten. Zudem nahmen sie einen Stempel mit, mit dem sie den Nachweisen den Anschein der Legalität verleihen konnten. Die Polizei geht davon aus, dass die Zertifikate auf dem Schwarzmarkt verkauft werden sollten.

In den USA flog dieser Tage ebenfalls ein grösserer Fall auf: Ein 45-jähriger Mitarbeiter im Impfzentrum im kalifornischen Pomona wurde laut CBS gefasst, nachdem er bereits im April insgesamt 528 Blanko-Zertifikate abstaubte und in seinem Hotelzimmer zwischenlagerte. Der Mann wurde festgenommen.

Fälschungen via Telegram angeboten

Dass Kriminelle das Geschäft mit falschen Corona-Zertifikaten entdeckt haben, ist nicht ganz neu. So wurde etwa laut dem «Spiegel» Anfang April ein 27 Jahre alter Mann festgenommen, der zehn gefakte Impfpässe auf sich trug. Er hatte diese zum Stückpreis von 80 Euro im Internet angeboten und war daraufhin Zivilfahndern auf den Leim gegangen, die sich als Käufer ausgaben. Bei ihm zuhause stiessen die Polizisten auf 46 weitere Impfausweise und 33 Aufkleber.

Er ist kein Einzelfall: Allein in Berlin führen die deutschen Behörden laut dem Bericht vier entsprechende Verfahren. Wenige Tage nach dem 27-Jährigen gingen den Fahndern in der Hauptstadt drei weitere mutmassliche Schwarzhändler ins Netz, die gefälschte Impfausweise komplett mit Aufklebern, Arztstempeln und Unterschriften auf sich trugen. Besonders beliebt zum Verhökern ist offenbar der Messengerdienst Telegram.

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(trx)

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