Österreich – Impfpflicht verfehlt Wirkung – Zahl der Erstimpfungen steigt kaum
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ÖsterreichImpfpflicht verfehlt Wirkung – Zahl der Erstimpfungen steigt kaum

Das Gesetz zur Impfpflicht ist in Österreich seit einer Woche in Kraft, jedoch zeichnet sich bisher kein Effekt ab. Noch sind etwa 1,3 Millionen ungeimpft.

von
Reto Bollmann
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Seit dem 5. Februar gilt in Österreich eine allgemeine Impfpflicht.

Seit dem 5. Februar gilt in Österreich eine allgemeine Impfpflicht.

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Alle Menschen über 18 Jahren müssen sich demnach impfen lassen.

Alle Menschen über 18 Jahren müssen sich demnach impfen lassen.

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Trotzdem sind immer noch Millionen von Österreicherinnen und Österreichern ungeimpft.

Trotzdem sind immer noch Millionen von Österreicherinnen und Österreichern ungeimpft.

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Darum gehts

Österreich hat am vergangenen Samstag die stark umstrittene nationale Impfpflicht eingeführt. Sie gilt für alle Menschen ab 18 Jahren. Damit schlägt Österreich als erstes Land in Westeuropa diesen Weg ein. Wie sich nun jedoch zeigt, scheint sich der Effekt der Impfpflicht in engen Grenzen zu halten, wie «nau.ch» schreibt. 

Inkrafttreten der Impfplicht führte kaum zu Erstimpfungen

Konnte mit der Ankündigung der Impfpflicht im Herbst noch ein klarer Anstieg der Erstimpfungen beobachtet werden, scheinen die ca. 1,3 Millionen ungeimpften Österreicherinnen und Österreicher weitgehend unbeeindruckt von der Einführung. Nur gerade 1420 Personen lassen sich pro Tag zum ersten Mal impfen – im Vergleich zu bis zu 80’000 Personen im Mai.

Momentan haben die Impfverweigerer auch noch keine Konsequenzen zu befürchten. Dies wird sich erst Mitte März ändern, denn ab dann drohen Ungeimpften Bussen von 600 Euro, die alle drei Monate verhängt werden können.

Zahl der Hospitalisationen sinkt auch in Österreich

Derweil kommen Zweifel auf, inwiefern die Impfplicht angesichts der milden Omikron-Welle überhaupt noch notwendig ist. Denn trotz der hohen Infektionszahlen – am Sonntag waren landesweit 56’489 Menschen aktiv infiziert – sinken die Zahlen der Hospitalisierten auch in Österreich weiterhin ab. Dementsprechend wird vermehrt Kritik laut: Einige Politikerinnen und Politiker des Landes fordern die Aufhebung der Impfpflicht, andere wollen, dass der Zeitplan angepasst wird. Die Regierung beharrt jedoch weiterhin auf dem eingeschlagenen Weg.

«Das Impfpflichtgesetz wurde initiiert, als wir die Delta-Welle hatten, und damals war das durchaus gerechtfertigt, weil unsere Spitäler absolut am Anschlag waren. Jetzt durch die Omikron-Variante, die einen leichteren klinischen Verlauf nach sich zieht, ist das in dieser Form nicht mehr wirklich notwendig», sagte der Tierarzt und Virologe Norbert Nowotny in einem Interview mit dem Sender ORF am Sonntag. Und betonte weiter: «Ich bin jetzt sehr dafür, dass wir Gräben wieder zuschütten und Brücken bauen. Ich glaube, das ist in der Bevölkerung sehr, sehr wichtig.»

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