Hoffnung für Raucher: Impfstoff soll Nikotinsucht heilen
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Hoffnung für RaucherImpfstoff soll Nikotinsucht heilen

US-Forscher entwickeln ein Mittel, das Rauchern beim Aufhören helfen soll. Der Trick: Es verhindert, dass das Nikotin das Belohnungssystem im Hirn erreicht.

von
jcg

In der Schweiz raucht immer noch rund ein Viertel der Bevölkerung. Viele möchten aufhören, kommen aber nicht vom Glimmstängel weg. Der Grund: Das im Tabakrauch enthaltene Nikotin gehört zu den am stärksten abhängig machenden Substanzen überhaupt. Zu erklären ist das mit der Wirkung des Stoffs. Er bewirkt im Hirn eine vermehrte Ausschüttung von Dopamin, im Volksmund auch als Glückshormon bekannt.

Hier setzt Mike Zhang von der Virginia Polytechnic Institute and State University an. Er entwickelt einen Impfstoff, der verhindert, dass das Nikotin im Hirn seine Wirkung entfaltet. Es soll dem Raucher kein Wohlgefühl mehr bescheren. Funktionieren soll dies über Antikörper, die vom Impfstoff gebildet werden und sich mit den Nikotinmolekülen verbinden. Auf diese Weise werden letztere daran gehindert, ins Gehirn zu gelangen und dort an die entsprechenden Rezeptoren anzudocken.

Pflaster oder Spray

«Die Verwendung des Impfstoffs, erhöht die Chance einer nikotinsüchtigen Person markant, mit dem Rauchen oder dem Konsum eines Tabakprodukts aufzuhören», ist Zhang laut einer Mitteilung der Hochschule überzeugt. Um den Impfstoff zu entwickeln und ihn anschliessend im Mausversuch zu testen, hat er von den staatlichen Nationalen Gesundheitsinstituten (NIH) Fördergelder in der Höhe von 2,4 Millionen Dollar erhalten. Später will er Nasensprays oder Pflaster entwickeln, die den Impfstoff enthalten.

Zhang, der selber Nichtraucher ist, beschreibt seine Forschung als sehr erfüllend, da viele seiner Angehörigen Raucher waren. Einige starben sogar an den Folgen. «Eine Tante von mir war starke Raucherin und starb an Lungenkrebs», so Zhang. «Unser Impfstoff wird hoffentlich die Zahl derjenigen erhöhen, die den Rauchstopp schaffen, wenn sie dazu bereit sind.»

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