Zusätzliche mRNA-Impfung empfohlen – Impfstoff von Johnson & Johnson bietet «ungenügenden Schutz»
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Zusätzliche mRNA-Impfung empfohlenImpfstoff von Johnson & Johnson bietet «ungenügenden Schutz»

Der Janssen-Impfstoff des US-Pharmakonzerns Johnson & Johnson wird seit Kurzem auch in der Schweiz verimpft. Die Ständige Impfkommission in Deutschland empfiehlt eine zusätzliche Impfung mit einem mRNA-Vakzin.

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Der Janssen-Impfstoff von Johnson & Johnson wird seit Kurzem auch in der Schweiz verimpft.

Der Janssen-Impfstoff von Johnson & Johnson wird seit Kurzem auch in der Schweiz verimpft.

dpa
Beim Janssen-Vakzin handelt es sich um einen Vektorimpfstoff. 

Beim Janssen-Vakzin handelt es sich um einen Vektorimpfstoff.

Die Ständige Impfkommission in Deutschland empfiehlt eine zusätzliche Impfung mit einem mRNA-Vakzin.

Die Ständige Impfkommission in Deutschland empfiehlt eine zusätzliche Impfung mit einem mRNA-Vakzin.

REUTERS

Darum gehts

  • In der Schweiz wird neuerdings der Impfstoff von Johnson & Johnson eingesetzt.

  • In Deutschland bezeichnet man die Wirksamkeit des Vakzins gegen die Delta-Variante des Coronavirus als «vergleichsweise gering».

  • Mit dem sogenannten Janssen-Impfstoff sollen mRNA-Skeptiker und -Skeptikerinnen zur Impfung motiviert werden.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) in Deutschland hält den Impfschutz beim Corona-Vakzin Janssen von Johnson & Johnson für nicht ausreichend. Laut der Stiko-Empfehlung sollen Menschen, die mit dem Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson geimpft wurden, zudem eine weitere Dosis mit einem mRNA-Impfstoff erhalten – und zwar ab vier Wochen nach der Janssen-Immunisierung, für die generell nur eine Dosis empfohlen wird. Die Expertinnen und Experten begründen dies unter anderem mit der geringeren Wirksamkeit.

Begründet wird dies mit den sogenannten Impfdurchbrüchen, also Ansteckungen mit dem Coronavirus trotz einer Impfung. Die meisten dieser Impfdurchbrüche seien bei Geimpften mit Johnson & Johnson verzeichnet worden. Ebenso sei die Wirksamkeit des Vakzins gegen die hochansteckende Delta-Variante im Unterschied zu den anderen Corona-Impfstoffen vergleichsweise gering. Die Stiko spricht von einem «ungenügendem Impfschutz». Beim Impfstoff von Johnson & Johnson galt bislang eine Dosis als ausreichend für den vollen Impfschutz.

Laut der Stiko-Empfehlung sollen Menschen, die mit dem Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson geimpft wurden, zudem eine weitere Dosis mit einem mRNA-Impfstoff erhalten – und zwar ab vier Wochen nach der Janssen-Immunisierung, für die generell nur eine Dosis empfohlen wird. Die Expertinnen und Experten begründen dies unter anderem mit der geringeren Wirksamkeit.

Auf eine Million Personen kommen 2000 Impfdurchbrüche

20 Minuten berichtete bereits Mitte September, dass sich in Deutschland zum damaligen Zeitpunkt über 6000 Personen trotz Impfung mit dem Coronavirus angesteckt und eine schwere Erkrankung durchlaufen haben. Auf eine Million mit dem Präparat von Johnson & Johnson geimpfte Personen kämen laut dem Robert Koch-Institut (RKI) rund 2000 Impfdurchbrüche. Zum Vergleich: Bei Menschen, die als zweite Dosis den am häufigsten in Deutschland verwendeten Impfstoff – Biontech/Pfizer – erhalten haben, sind es diesen Zahlen zufolge rund 675 Durchbrüche pro eine Million vollständig Geimpfte.

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20min

In der Schweiz zugelassen ist der Impfstoff von Johnson & Johnson seit März 2021. Verfügbar ist der Janssen-Impfstoff allerdings erst seit Mittwoch. In den Impfstoff setzt der Bund grosse Hoffnungen, weil damit auch mRNA-Skeptiker und -Skeptikerinnen zu einer Impfung motiviert werden sollen. Beim Janssen-Vakzin handelt es sich um einen Vektorimpfstoff. Der Bund empfiehlt den Impfstoff Personen, die «die keinen mRNA-Impfstoff» wollen.

Im Kanton Aargau haben sich bis Mittwochmorgen 700 Personen für die Impfung mit dem Vektorimpfstoff angemeldet. Auch in Schwyz kann man sich seit Mittwoch anmelden. Die Kantonsapothekerin beobachtet ein reges Interesse. Laut der Zulassungsstudie schützt der Janssen-Impfstoff zu 66 % vor einer Erkrankung und verringert die schweren Verläufe um 85 %. Die Wirkung des Impfstoffs setzt erst nach 22 Tagen ein, das Covid Zertifikat gilt auch erst ab dann.

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(afp/job)

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