Aktualisiert 08.09.2009 08:10

Grosser Rat BernImpfung gegen Blauzungenkrankheit erhitzt Gemüter

Eine Interpellation von Bio-Bäuerin und Grossrätin Kathi Hänni hat am Montag im bernischen Grossen Rat zu einer grösseren Diskussion über den Impfzwang gegen die Blauzungenkrankheit bei Kühen geführt. Eine Mehrheit sprach sich für die «Durchimpferei» aus.

Hänni liess in ihrer Anfrage durchblicken, dass sie vom Impfzwang nicht viel hält. Warum der Kanton nicht einmal versuchsweise alternative Behandlungsmöglichkeiten in Erwägung ziehe, wollte sie unter anderem von der Regierung wissen.

In ihrer Antwort betonte die Regierung, es gebe keine erfolgversprechende, alternative Behandlungsmöglichkeit. Abgesehen davon liege es nicht in der Kompetenz der Kantone, eine solche zuzulassen.

Zahlreiche Landwirte im Grossen Rat nutzten die Gelegenheit zur Diskussion. Eine ganz grosse Mehrheit der Bauern stehe hinter dem Impfobligatorium gegen die Blauzungenkrankheit, hiess es etwa aus den Reihen der SVP. Die Impfgegner seien eine kleine Minderheit.

Man könne sehr wohl über Verbesserungen diskutieren, am Impfen führe aber kein sinnvoller Weg vorbei, betonte auch Bio-Bauer Emil von Allmen (SP/Gimmelwald). Er frage sich, ob es denn wirklich tiergerechter sei, das erkrankte Vieh durchzuseuchen. Die Tiere würden nämlich arg unter den Krankheitssymptomen leiden.

Dorothea Loosli-Amstutz (Grüne/Bern) sprach sich gegen die «Impferei» aus. Zuerst brauche es Grundlagenforschung. Die Blauzungenkrankheit sei für den Menschen ungefährlich. Welche Auswirkungen der Impfstoff habe, der via Milch an die Konsumenten gelange, sei unklar.

Eine durchgemachte Krankheit sei zudem der beste Garant für einen künftigen Schutz, betonte Loosli-Amstutz. (sda)

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