Schweinegrippe: Impfungen: Schweiz ist das Schlusslicht
Aktualisiert

SchweinegrippeImpfungen: Schweiz ist das Schlusslicht

Grosses Rätseln um die Schweinegrippe-impfung: Während in Deutschland schon fleissig gepiekst wird, passiert bei uns gar nichts.

von
Deborah Rast

«Der Impfstoff gegen die pandemische Grippe kann vom Hersteller nicht wie geplant Mitte Oktober, sondern erst Anfang Dezember ausgeliefert werden. Die Impfaktion verzögert sich somit um mehrere Wochen», heisst es in einem Brief des VBS vom 22. Oktober, der 20 Minuten vorliegt. Adressaten dieses Briefes, geschrieben von Di­visionär Peter Stutz, sind Dienstpflichtige, die morgen zu einem «Schweinegrippe-WK» hätten einrücken müssen. Doch nun wurde der Einsatz, der die Massenimpfungen hätte unterstützen sollen, überraschend abgesagt.

Der Brief widerspricht der bislang gültigen Version des BAG, wonach die Impfung schon Anfang November durchgeführt werden könne. Entsprechend irritiert ist die Reaktion beim BAG: «Die

Armee hat sich nicht mit uns abgesprochen, als dieser Brief rausgegeben wurde», sagt BAG-Sprecher Jean-Louis Zurcher. Aber: «Der Brief ist nicht total falsch», so Zurcher. Risikogruppen, etwa Schwangere oder Pflegepersonal, würden zwar bereits früher geimpft. Bei der breiten ­Bevölkerung könne es aber eventuell Dezember werden – damit dürfte die Schweiz zu den letzten Ländern Europas gehören.

Welche Impfstoffe zugelassen werden, entscheidet das Heilmittelinstitut Swissmedic Ende Woche.

Impfstoff ohne Zusatz

Unklar ist zurzeit auch, ob Schwangeren und Kindern ein Impfstoff ohne Wirkverstärker ­gespritzt werden soll. In Deutschland werden bestimmte Bevölkerungsgruppen, so etwa die Bundeswehrsoldaten, mit dem Impfstoff ohne Zusatz geimpft. Werner Wunderli, Virologe an der Uni Zürich, befürchtet in der «NZZ am Sonntag», dass die Diskussion zu einer gewissen Impfmüdigkeit führen könnte. Tatsächlich zeigen Umfragen dass die Impf-Skepsis dadurch verstärkt werden könnte.

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