Mikrosensor und Blutfilter - Implantierbarer Mikrochip erkennt, ob du mit Corona infiziert bist
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Mikrosensor und BlutfilterImplantierbarer Mikrochip erkennt, ob du mit Corona infiziert bist

Mitarbeitende der Forschungsbehörde des US-Verteidigungsministeriums haben einen Sensor entwickelt, der – unter die Haut gesetzt – frühzeitig eine Covid-19-Infektion erkennt.

von
Fee Anabelle Riebeling
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Auch US-Streitkräfte haben schon ihre Erfahrungen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 gemacht. (Im Bild: US-Soldat bei der Covid-19-Impfung)

Auch US-Streitkräfte haben schon ihre Erfahrungen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 gemacht. (Im Bild: US-Soldat bei der Covid-19-Impfung)

Getty Images
So kam es etwa auf dem Flugzeugträger USS Theodore Roosevelt zu einem grossen Corona-Ausbruch. Im Frühjahr 2020 infizierten sich an Bord innert kurzer Zeit 1271 Personen. 

So kam es etwa auf dem Flugzeugträger USS Theodore Roosevelt zu einem grossen Corona-Ausbruch. Im Frühjahr 2020 infizierten sich an Bord innert kurzer Zeit 1271 Personen.

USS Theodore Roosevelt (CVN 71)
Entsprechend wundert es nicht, dass auch die Forschungsbehörde des US-Verteidigungsministeriums, die Darpa, nach Wegen sucht, der Pandemie ein Ende zu setzen. 

Entsprechend wundert es nicht, dass auch die Forschungsbehörde des US-Verteidigungsministeriums, die Darpa, nach Wegen sucht, der Pandemie ein Ende zu setzen.

AFP

Darum gehts

  • Covid-19 erkennen noch bevor sich erste Symptome zeigen? Ein vom Pentagon entwickelter Chip machts möglich.

  • Implantiert unter die Haut checkt er das Blut des Trägers nach Sars-CoV-2.

  • Der kleine Sensor ist eine Reaktion auf die zahlreichen Corona-Erkrankten unter den US-Streitkräften.

Es klingt nach Science-Fiction, ist aber Realität: Die Forschungsbehörde des US-Verteidigungsministeriums, Darpa, hat einen implantierbaren Sensor entwickelt, der erkennen kann, ob sich der Träger mit Covid-19 infiziert hat. Konkret ist der Mikrochip, der in ein gewebeartiges Gel eingebettet ist, so konzipiert, dass er das Blut des Trägers kontinuierlich auf das Vorhandensein von Sars-CoV-2 testet. Wird er fündig, weist er den Betroffenen sofort darauf hin, einen weiteren Bluttest durchzuführen, um die Meldung zu überprüfen. Dabei soll es sich um einen Selbsttest handeln, der innerhalb von nur drei bis fünf Minuten Gewissheit liefert.

Auf die Idee des implantierbaren Sensors waren die Darpa-Forscherinnen und -Forscher nach dem grossen Coronavirus-Ausbruch auf dem Flugzeugträger USS Theodore Roosevelt im Jahr 2020 gekommen. Damals hatten sich insgesamt 1271 Personen mit Sars-CoV-2 infiziert.

Vergleichbar mit einer Motorwarnleuchte

«Man steckt den Sensor unter die Haut, und er sagt einem, dass im Körper chemische Reaktionen ablaufen. Und dieses Signal bedeutet, dass man morgen Symptome haben wird», zitiert US-Sender CBS den Infektionsmediziner Matt Hepburn. «Es ist wie eine Motorwarnleuchte, die sagt, wann man zum Check gehen muss.» Die schnellere Diagnose mache eine frühzeitige und damit effektivere Behandlung möglich.

«Man steckt den Sensor unter die Haut, und er sagt einem, dass im Körper chemische Reaktionen ablaufen. Und dieses Signal bedeutet, dass man morgen Symptome haben wird.»

Matt Hepburn, Arzt der US-Armee für Infektionskrankheiten

Der Corona-Chip des Pentagons befindet sich laut Hepburn in der letzten Phase der Entwicklung. Der Mediziner betont, dass es sich bei dem Sensor nicht um einen von Querdenkern «gefürchteten Mikrochip der Regierung handelt, der jede Bewegung aufzeichnet».

Virus aus Blut entfernen

Die Corona-Früherkennung ist aber nicht das einzige Projekt der Darpa im Kampf gegen das Virus. So haben die Forschenden auch noch einen Filter entwickelt, der in eine Dialysemaschine integriert werden kann, um das Virus aus dem Blut von Covid-19-Patienten zu entfernen.

Diese vier Tage dauernde Behandlung sei mittlerweile bereits beim sogenannten Patient 16 – dem Ehepartner eines Militärangehörigen – durchgeführt worden. Jener hatte ein Organversagen und einen septischen Schock erlitten. Innerhalb nur weniger Tage soll sich der Patient vollständig erholt haben, so Hepburn.

Gemäss Heute.at wurde die Methode inzwischen bereits auch von der US-Arzneimittelbehörde für den Notfalleinsatz zugelassen. Bei fast 300 Patienten wurde sie bereits eingesetzt.

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Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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