16.06.2017 03:51

Gefährlich oder nicht?

Importeur sauer über Himmelslaternen-Verbot

Immer mehr Gemeinden und Kantone verbieten Himmelslaternen – so etwa Freienbach SZ ab dem 1. Juli. Ein Importeur aus Emmenbrücke kann das nicht verstehen.

von
Noah Knüsel
Sind in einigen Orten der Schweiz verboten: Himmelslaternen, oder auch Glückslichter genannt. (Symbolbild iStock)

Sind in einigen Orten der Schweiz verboten: Himmelslaternen, oder auch Glückslichter genannt. (Symbolbild iStock)

Wie der Freienbacher Gemeinderat am Mittwoch mitteilte, seien vermehrt Anfragen für das Steigenlassen von Himmelslaternen eingegangen. Eine Rechtsgrundlage für Erlaubnisse oder Verbote habe aber bisher gefehlt. Zum Schutz von Landwirtschaft und Natur habe man sich nun für ein Verbot entschieden.

Nicht zu unterschätzen sei die Brandgefahr, die von den Himmelslaternen ausgehen könne. Zudem könnten Rückstände ins Futter von Nutztieren gelangen und gefährliche Verletzungen verursachen, hiess es in der Mitteilung. Am Seeufer beeinträchtigten Abfälle die Brutplätze.

Etwa in Rapperswil-Jona SG, Hinwil ZH, der Stadt Zürich oder den Kantonen Freiburg und Graubünden sind die Laternen bereits verboten.

«Unwahrscheinlich, dass sich Tiere verletzen»

Peter Jacuzzi von der Firma HS Production aus Emmenbrücke, die unter anderem Himmelslaternen aus China importiert, findet das Verbot unsinnig. Er sieht in den Laternen eine «attraktive Alternative zu krachendem Feuerwerk.» So seien sie in der Handhabung sehr viel sicherer als Feuerwerkskörper. Dass Nutztiere sich an den Rückständen verletzen könnten, glaubt er nicht: «Die Drähte sind so fein, sie zersetzen sich sehr schnell.»

Erfolgt die Handhabung gemäss Anleitung sieht Jacuzzi keine Brandgefahr: «Nachdem die Brennquelle in grosser Höhe nach 7 bis 10 Minuten erlöscht, hat die Laterne keinen Auftrieb mehr. Folglich sinkt sie dann sehr langsam – ohne Hitze und Glut – wieder dem Erdboden zu.» Falls die Laterne direkt nach dem Start in einen Baum gerate, sei man in der Nähe und könne Massnahmen ergreifen. Zudem seien sie aus schwer brennbarem Papier hergestellt. «Wir weisen auf der Verpackung darauf hin, dass man die Laternen bei zu starkem Wind nicht steigen lassen sollte», fügt er an.

Feuerwehr rät von Gebrauch ab

Jakob Lütolf, Präsident des Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverbandes, sagt: «Grundsätzlich kann es Verletzungen geben, wenn Kühe die Rückstände fressen.» Im Moment sei so etwas unwahrscheinlich, da die Laternen nicht sehr verbreitet seien. Man beobachte aber eine Zunahme. «Wenn es im grossen Stil gemacht wird, könnten die Himmelslaternen zu einem Problem werden», glaubt er.

Theo Honermann, Feuerwehrkommandant der Stadt Luzern, rät grundsätzlich vom Gebrauch von Himmelslaternen ab: «Man kann nicht kontrollieren, wo sie landen und dadurch auch nicht, ob sie etwas entzünden.» Konkrete Fälle, wo Laternen einen Brand ausgelöst haben, sind ihm aber nicht bekannt.

«Gemeinden zu bequem, Anfragen zu prüfen?»

Jacuzzi sagt weiter: «Wenn so abstruse Argumente wie ‹Gefährdung von Brutplätzen› angegeben werden, stellt sich die Frage, ob die wenigen Gemeinden, die das Steigenlassen von Himmelslaternen verbieten, zu bequem sind, die einzelnen Anfragen zu prüfen.» Konsequenterweise müsste dann auch jede Art von Feuerwerk verboten werden: «Und das wäre sehr schade und unsinnig.»

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