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In 13 Jahren um die Welt

74 000 Kilometer hat ein britischer Abenteurer quer über den Erdball zurückgelegt. Dafür brauchte er nicht 80 Tage, sondern geschlagene 13 Jahre. Er war aber nur mit Hilfe von Fahrrad, Tretboot und Inline-Skates unterwegs.

Erschöpft, aber glücklich traf Jason Lewis am Samstag in Greenwich ein, wo er 1994 exakt am Nullmeridian seine ungewöhnliche Reise begonnen hatte. «Ich bin überwältigt», sagte der 40-Jährige dem Fernsehsender Sky News. Oft habe er geglaubt, dass er nicht wieder nach Hause kommen würde. «Es gab viele Momente auf der Reise, wo ich hätte scheitern müssen.»

Zu dem Trip überredet wurde Lewis von einem Bekannten, und er stellte sich die Weltreise «wildromantisch» vor - eingeplant waren dreieinhalb Jahre. Dass er nicht nur wesentlich länger unterwegs sein, sondern in den USA fast überfahren, in Australien von einem Krokodil angegriffen und in Ägypten als Spion inhaftiert werden würde, hätte er sich damals nie träumen lassen.

Zwei Jahre planten beide ihre Tour - und verliefen sich schon auf dem ersten Streckenabschnitt an die englische Küste. Den Atlantik überquerten sie, indem sie von der portugiesischen Küste bis Miami abwechselnd in die Pedale ihres kleinen Bootes traten, und ihr Verhältnis verschlechterte sich während der 111-tägigen Reise zusehends. Durch die USA reisten beide eine Zeit lang getrennt, und in Hawaii gingen sie endgültig auseinander.

Im US-Staat Colorado wurde Lewis von einem Autofahrer angefahren und brach sich beide Beine, neun Monate lang musste er sich von dem Unfall erholen. Doch damit nicht genug: Am Great Barrier Reef biss ihm ein Krokodil ein Stück seines Paddels ab, durch Tibet radelte er nur nachts, um an chinesischen Strassensperren nicht entdeckt zu werden, und als er vom Sudan nach Ägypten einreiste, wurde er als mutmasslicher Spion inhaftiert.

Er hoffe, mit seiner abenteuerlichen Reise Spenden für humanitäre Projekte zu sammeln und die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf Umweltthemen zu lenken, erklärte Lewis. «Statt aus England wegzurennen (ich glaube, das war es anfangs)», gehe es ihm jetzt mehr um «Ideen, die mich begeistern», schrieb er auf seiner Website. (dapd)

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