Neues Transportmittel - «In 17 Minuten von Zürich nach Genf? Das ist möglich.»
Publiziert

Neues Transportmittel«In 17 Minuten von Zürich nach Genf? Das ist möglich.»

Ein EPFL-Startup arbeitet an einem Schweizer Hyperloop. CEO Denis Tudor erklärt, was dahinter steckt.

von
Dominique Zeier

Swisspod-CEO Denis Tudor erklärt im Video, wie ein Hyperloop funktioniert

20min

Darum gehts

  • Eine Zugreise von Zürich nach Genf dauert ungefähr drei Stunden.

  • Mit dem Hyperloop-Zug, den das Unternehmen Swisspod konzipiert hat, würde diese Reise 17 Minuten dauern.

  • Bis es so weit ist, dauert es aber noch eine Weile.

  • Erste Versuche auf einer Teststrecke sollen aber bereits Anfang nächstes Jahr starten.

Reisen ist schön, braucht aber viel Zeit. Entweder wartet man stundenlang am Flughafen, oder man ist aufs Auto oder den Zug angewiesen, kann dann aber nur näherliegende Orte erreichen oder muss eventuell sogar tagelang reisen. Die Vorstellung, von einer Seite des Landes an die andere zu reisen und dafür weniger als eine Stunde aufzuwenden, scheint futuristisch. Ganz so utopisch ist die Idee aber nicht mehr, wie Denis Tudor von Swisspod weiss.

«Wir arbeiten am ersten Hyperloop von Europa», erklärt der Gründer und CEO von Swisspod. «Das kann man sich vorstellen, wie eine Reisemöglichkeit, die so schnell wie ein Flugzeug und so gemütlich wie ein Zug ist.» Ein Hyperloop ist nämlich ein Zug-ähnliches Fortbewegungsmittel, das Personen oder Waren über lange Distanzen hinweg unglaublich schnell transportieren kann. «Theoretisch könnte man mit dem von uns konzipierten Hyperloop in 17 Minuten von Zürich nach Genf reisen und eine Geschwindigkeit von 1000 km/h erreichen», so Tudor.

Testen im kleineren Rahmen

Ganz so weit ist die Entwicklung der neuartigen Technologie aber noch nicht fortgeschritten. «Ich schätze, dass es noch rund 15 Jahre dauern wird, bis die Infrastruktur aufgebaut werden kann, die für dieses Projekt notwendig ist», sagt Tudor. Mit Swisspod arbeitet er aber täglich daran, diesem Traum einen Schritt näher zu kommen.

So hat das Unternehmen Swisspod gemeinsam mit der EPFL in Lausanne im Juli eine Teststrecke zur Realisierung eines ultraschnellen Vakuumtransportsystems eröffnet. Die Infrastruktur hat die Form eines gegossenen Aluminiumrings mit einem Durchmesser von 40 Metern und einer Länge von 120 Metern. Durch diese können die sogenannten Pods reisen und simulieren so eine unendliche Hyperloop-Strecke. «Für Menschen ist diese Teststrecke natürlich noch zu klein, aber wir können darin alle nötigen Indikatoren wie die Antriebs-, Schwebe- und Kinematiksysteme testen», erklärt Tudor. «Wir erwarten, dass die ersten Tests Anfang nächstes Jahr beginnen können.»

Wettbewerbs-Sieger

Der 27-jährige Entrepreneur kennt sich mit Hyperloops bestens aus. Bereits als er für einige Zeit in den USA lebte, war er an einem Hyperloop-Projekt beteiligt. Als Doktoratsstudent kam Tudor schliesslich in die Schweiz an die EPFL und gründete dort ein eigenes Hyperloop-Team. Mit diesem Team gewann Tudor den ersten Preis in der «Best System»-Kategorie eines Spacex-Wettbewerbs, wo Tudor auch Elon Musk kennen lernte. «Aus diesen Erfahrungen entstand schliesslich die Entscheidung, Swisspod zu gründen und unsere ganze Energie dort hinein zu stecken.»

«Was wir jetzt mit dieser Teststrecke bei der EPFL erreichen wollen, ist, ein skalierbares Modell von einem Hyperloop zu erstellen», erklärt Tudor. Dabei gehe es nicht darum die schnellstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen, sondern herauszufinden, was für eine Infrastruktur und welche Technologie es benötigt, um einen solchen Hyperloop tatsächlich nutzbar zu machen und umzusetzen.

«Anfänglich könnte man damit Fracht viel effizienter und umweltfreundlicher als jetzt, wo vielerorts LKWs oder Flugzeuge eingesetzt werden, transportieren», so Tudor. «Aber auf längere Sicht gesehen kann der Hyperloop natürlich auch den Tourismus revolutionieren und das Reisen nachhaltiger werden lassen – einmal ganz abgesehen vom Komfort, den die Geschwindigkeit mit sich bringt.»

Digital-Push

Wenn du den Digital-Push abonnierst, bist du über News und Gerüchte aus der Welt von Whatsapp, Snapchat, Instagram, Samsung, Apple und Co. informiert. Auch erhältst du Warnungen vor Viren, Trojanern, Phishing-Attacken und Ransomware als Erster. Weiter gibt es Tricks, um mehr aus deinen digitalen Geräten herauszuholen.

So gehts: Installiere die neuste Version der 20-Minuten-App. Tipp unten rechts auf «Cockpit», dann «Einstellungen» und schliesslich auf «Push-Mitteilungen». Beim Punkt «Themen» tippst du «Digital» an – et voilà!

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

65 Kommentare