Velodiebe: «In 20 Sekunden ist jedes Schloss geknackt»
Aktualisiert

Velodiebe«In 20 Sekunden ist jedes Schloss geknackt»

In der Stadt wird etwa alle dreieinhalb Stunden ein Velo gestohlen. In einem schweizweiten Vergleich liegt nur noch Bern vor Basel.

von
Denise Dollinger
Peter Kolb, Leiter der Velosammelstelle Zeughaus, vor gestohlenen Fahrrädern, die abgeholt werden können. (Foto: dd)

Peter Kolb, Leiter der Velosammelstelle Zeughaus, vor gestohlenen Fahrrädern, die abgeholt werden können. (Foto: dd)

Laut einer Studie der deutschen Internetplattform Geld.de wurden in Basel im letzten Jahr pro 100 000 Einwohner 1502 Fahrräder geklaut – in Bern sogar 1826. Den niedrigsten Wert weist ­Lugano mit nur gerade 191 Diebstählen auf. Der Trend reisst in der Stadt nicht ab: «Seit Anfang Jahr sind bereits wieder 2535 Räder weggekommen», sagt Peter Kolb, Leiter der Velosammelstelle im Basler Zeughaus. Laut Kolb kann jedes Schloss – und sei es noch so stabil – innert 20 Sekunden geknackt werden. Kein Wunder, kommt es alle dreieinhalb Stunden zu einem Diebstahl.

Die meist teuren Fahrräder werden nicht selten nach Frankreich oder Deutschland transportiert und dort gleich weiterverkauft. «Die Zeit zum Umspritzen nimmt sich fast niemand, das professionell zu machen ist zu aufwendig», sagt Kolb. Beliebt ist auch das Verhökern der Zweiräder über Ricardo, Ebay oder ähnliche Internetportale. Als einzige Stadt der Schweiz hat Basel eine Datenbank angelegt, in der alle Velos, die in den letzten zehn Jahren gestohlen oder abgeschleppt wurden, registriert sind. Im System befinden sich unterdessen über 24 000Drahtesel. Kolb hat zudem die schweizweite Internetseite www.veloregister.ch ins Leben gerufen. Dort kann man sein Velo kostenlos registrieren und bei einem allfälligen Diebstahl sofort im Internet aufschalten.

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