120’000 Franken Schaden: In 37 Unfälle verwickelt – Autocrasher muss ins Gefängnis
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120’000 Franken SchadenIn 37 Unfälle verwickelt – Autocrasher muss ins Gefängnis

Ein 56-jähriger Mann hat absichtlich Unfälle provoziert, um Geld von der Versicherung zu erhalten. Jetzt muss er für vier Jahre ins Gefängnis.

von
Stefan Hohler
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Der Beschuldigte wählte vorwiegend die Strecke beim Gubrist, wo Staus häufig sind. (Symbolbild)

Der Beschuldigte wählte vorwiegend die Strecke beim Gubrist, wo Staus häufig sind. (Symbolbild)

Landbote / Marc Dahinden
Nun wurde er wegen gewerbsmässigen Betrugs und mehrfacher, teilweise versuchter Körperverletzung verurteilt.

Nun wurde er wegen gewerbsmässigen Betrugs und mehrfacher, teilweise versuchter Körperverletzung verurteilt.

Tamedia / Urs Jaudas
Versicherungen und Opfern muss er weit über hunderttausend Franken Schadenersatz bezahlen.

Versicherungen und Opfern muss er weit über hunderttausend Franken Schadenersatz bezahlen.

Tamedia / Urs Jaudas

Darum gehts

  • Ein 56-jähriger Mann aus Sri Lanka hat zwischen Juli 2008 und April 2013 insgesamt 37 Unfälle verursacht.

  • Der Mann kassierte Versicherungsleistungen in der Höhe von rund 50’000 Franken.

  • Das Obergericht verurteilte den nicht geständigen Hilfsgärtner zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren.

Angeklagt war ein 56-jähriger Hilfsgärtner aus Sri Lanka, der zwischen Juli 2008 und Frühling 2013 in nicht weniger als 37 Verkehrsunfälle verwickelt war – fast immer Auffahrunfälle, weil er jeweils plötzlich eine Vollbremsung machte. Er soll die Unfälle absichtlich provoziert haben, um Versicherungsgelder zu erhalten. Laut Anklageschrift konnten dem Mann aber nur 19 Unfälle rechtsgenügend nachgewiesen werden.

Die Delikte verliefen meist nach dem gleichen Muster. Der Tamile suchte im Grossraum Zürich gezielt nach geeigneten Verkehrssituationen, in denen sich verdachtslos Unfälle provozieren lassen. Er wählte vorwiegend die Strecke auf der A1 zwischen Gubrist und Brüttisellerkreuz, wo das Verkehrsaufkommen sehr hoch und Staus häufig sind.

Beteiligte akzeptierten Aussage

Der Beschuldigte habe den am Unfall beteiligten Lenkern jeweils gesagt, dass er eine Vollbremsung habe vornehmen müssen, weil das Auto vor ihm stark gebremst habe. Diese akzeptierten seine Aussage auch in Fällen, in denen sie Zweifel über die angeblich verkehrsbedingte Vollbremsung hatten. Da sie aber nicht das Gegenteil beweisen konnten, blieb ihnen nichts anderes übrig, als die Schuld der Kollision auf sich zu nehmen.

Der Tamile benutzte dabei ältere und schon beschädigte Autos, für die sich eine Reparatur nicht mehr lohnte und die Haftpflichtversicherung der Lenker den Zeitwert des Wagens in bar auszahlen würde. Die Wagen waren auf den Namen eines Bekannten und seiner Ehefrau ausgestellt. Insgesamt konnte der Beschuldigte so rund 50'000 Franken ergaunern, die Schäden an den Autos betrugen 120’000 Franken.

Vier Jahre Gefängnis

Laut dem kürzlich gefällten Urteil des Zürcher Obergerichts wird der Mann wegen gewerbsmässigen Betrugs und mehrfacher, teilweise versuchter Körperverletzung mit einer Freiheitsstrafe von vier Jahren bestraft. Versicherungen und Opfern muss er weit über hunderttausend Franken Schadenersatz bezahlen. Zudem erlegte ihm das Gericht ein Fahrverbot für fünf Jahre auf, sein Führerausweis wird eingezogen.

Die Staatsanwältin hatte eine Freiheitsstrafe von fünfeinhalb Jahren gefordert. Es sei reiner Zufall, dass es nur fünf Verletzte gab. Sie sprach von skrupellosem und geldgierigem Verhalten. Der Beschuldigte stritt die Vorwürfe ab. Sein Verteidiger sprach von «ungeschickten Fahrfehlern» und hatte einen Freispruch verlangt.

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