Gletscherabbruch Saas-Grund: «In 50 Jahren musste ich noch nie weg von hier»
Aktualisiert

Gletscherabbruch Saas-Grund«In 50 Jahren musste ich noch nie weg von hier»

Wegen eines drohenden Gletscherabbruchs wurden Anwohner von Saas-Grund VS evakuiert. Obwohl man sich gut informiert fühle, sei man «baff», sagt eine Betroffene.

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bla
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Instabile Gletscherzunge: Der bedrohliche Teil des Triftgletschers oberhalb von Saas-Grund ist markiert.

Instabile Gletscherzunge: Der bedrohliche Teil des Triftgletschers oberhalb von Saas-Grund ist markiert.

kein Anbieter/Webcam Geopraevent
Die teilweise abgebrochene Gletscherzunge liegt auf einer Höhe von fast 3000 Metern.

Die teilweise abgebrochene Gletscherzunge liegt auf einer Höhe von fast 3000 Metern.

kein Anbieter/Urban Burgener
Die Seilbahn hat ihren Betrieb zwischenzeitlich eingestellt.

Die Seilbahn hat ihren Betrieb zwischenzeitlich eingestellt.

kein Anbieter/20 Minuten

In den nächsten 24 Stunden droht ein Teil des Triftgletschers im Wallis abzubrechen. Eine Eislawine könnte Teile eines Wohngebiets in Saas-Grund treffen.

Bis 18 Uhr am Samstag wurden zwischen 100 und 150 Personen evakuiert. Für die nächsten zwei bis drei Tage müssen sie bei Verwandten oder in Hotels unterkommen. So auch Erika Zurbriggen, die im Gespräch mit «Radio Rottu» von den Geschehnissen erzählt. Die Feuerwehr habe sie angewiesen, bis 17 Uhr das Haus zu räumen, «wir haben im oberen Teil des Dorfes eine Ferienwohnung, da gehen wir jetzt hin».

«Wir sind baff»

Obwohl sie gut informiert worden seien, bleibe ein mulmiges Gefühl: «Wir sind baff und jeder hofft, dass nichts passiert.» In den 50 Jahren, in denen sie in Saas-Grund lebe, habe sie noch nie weggemusst, so Zurbriggen.

Neben der Evakuierung sperrten die Gemeindebehörden das Gebiet Triftgletscher und darunterliegende Gebiete. Dort ist das Betreten für Menschen und Nutztiere verboten. Namentlich die Normalroute zum oder vom rund 4000 Meter hohen Weissmies sowie der Höhenwanderweg Kreuzboden-Almagelleralp sind gesperrt.

Der Gletscher steht seit 2014 unter Beobachtung - bereits im Oktober 2014 war eine Sperrung ausgesprochen worden.

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