Eine verflossene Liebe führte den schottischen Musiker Argyle in die Schweiz
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Er ist gebliebenEine verflossene Liebe führte den schottischen Musiker Argyle in die Schweiz

Der Liebe wegen kam er in die Schweiz. Diese ist verflossen, doch die Freude am Leben hier ist geblieben. Bevor sich der 27-Jährige seinen Deutschkenntnissen widmet, will er die Charts stürmen.

von
Sabeth Vela
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Der schottische Musiker Argyle kam im Jahr 2014 für die Liebe in die Schweiz.

Der schottische Musiker Argyle kam im Jahr 2014 für die Liebe in die Schweiz.

Instagram/argyle.official
Obwohl es mit der Beziehung nicht geklappt hat, blieb der 27-Jährige in Zürich.

Obwohl es mit der Beziehung nicht geklappt hat, blieb der 27-Jährige in Zürich.

20min/Michael Scherrer
Eine neue Liebe gibt es im Leben des Musikers bisher noch nicht. Die Passion zu Musik ist aber umso grösser geworden.

Eine neue Liebe gibt es im Leben des Musikers bisher noch nicht. Die Passion zu Musik ist aber umso grösser geworden.

Instagram/argyle.official

Darum gehts

Wie unberechenbar die Liebe ist, weiss Argyle Singh bestens. Der schottische Musiker zog vor acht Jahren für seine damalige Freundin in die Schweiz. «Unser Kennenlernen war grauenhaft romantisch», erinnert er sich und lacht. «Sie ist Schweizerin und war in Amsterdam mit ihrer Mutter in den Ferien. Ich habe dort auf der Strasse Musik gemacht. Ich war einfach so fokussiert auf sie und dachte nur: ‹Oh, sie ist so hübsch!›» Weiter erzählt er: «Ich habe sie angesprochen und dann haben wir uns jeden Monat in einem anderen Land wiedergesehen. Es war eine sehr süsse Teenagerfernbeziehung.» 

Auch wenn es zwischen den beiden nicht geklappt hat, die Liebe zur Schweiz blieb ihm allerdings erhalten. «Die Berge sind cool, ich habe gelernt zu snowboarden und Zürich ist sehr schön im Sommer», begründet der 27-Jährige. «Es war ein Zufall, dass ich hiergeblieben bin. Ich wohnte direkt neben meinem Produzenten, das war nun mal sehr praktisch.» Schon vor zwei Jahren spielte sich der Sänger mit dem «Coop Weihnachtssong» in die Herzen der hiesigen Musikfans. Heute sei die Schweiz sein zweites Zuhause.

Argyle kann nach 8 Jahren noch kein Schweizerdeutsch

Obwohl Argyle seit fast einem Jahrzehnt in der Schweiz lebt, bereitet ihm Schweizerdeutsch Mühe wie am ersten Tag. Während er sich im Restaurant ein Bier bestellen kann, ist er ausserhalb der Bar schnell am Ende seines Wissens. «Ich habe lange nicht damit gerechnet, dass ich hierbleiben werde, und jetzt steht die Musik so sehr im Vordergrund, dass ich nie dazugekommen bin, einen Deutschkurs zu besuchen.» Doch seine Sprachkenntnisse zu verbessern, steht weit oben auf der Prioritätenliste des Musikers. Zunächst will er es aber schaffen, vollumfänglich von der Musik leben zu können, um seinen Gastro-Job an den Nagel zu hängen.

«Ich war die ersten 18 Jahre meines Lebens nass»

Argyle wuchs als Sohn eines Inders und einer Schottin in bescheidenen Verhältnissen auf und lernte so die Tücken eines armen Industriegebiets an der Küste Schottlands kennen. Seine Vergangenheit spiegelt sich heute auch in seinen Songs wider. So singt er in «Stuck Between The Waves» über Gefangenschaften im Alltag und einer besseren Zukunft. Nichtsdestotrotz sieht er lieber die guten Erfahrungen: «Bereits in meiner Kindheit konnte ich mir eine dicke Haut schaffen. Ich war es gewohnt, nicht viel zu haben, und jetzt, wo ich in der Schweiz lebe, habe ich das Gefühl, dass ich Dinge besser wertschätzen kann.»

Auch wenn er sein «zweites Zuhause» sehr schätzt, vermisst Argyle sein Heimatland manchmal trotzdem: «In Schottland sind die Menschen definitiv offener. Wir trinken viel, wir mögen es auszugehen und sind alle sehr sozial.» Aber auch Schottland habe seine Schattenseiten. So scherzt der Musiker abschliessend: «Das Wetter ist schrecklich! Ich glaube, ich war die ersten 18 Jahre meines Lebens nass.»

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